forumNeues Thema

Uns wurde zu einer mobilen App geraten – brauchen wir das für unser Geschäft wirklich?

VVolkan A***TeilnehmerCommunity-Mitglied
Beigetreten
Feb. 2023
Nachricht
74
#1

wir betreiben einen Online-Shop für maßgefertigte Heimtextilien und Vorhänge. unser Monatsumsatz liegt im Schnitt bei rund 250.000 TL. ehrlich gesagt etwa 80 Prozent unserer Besucher kommen über das Smartphone. eine Softwaeragentur mit der wir letzte Woche gesprochen haben, meinte nun, unsere Abbruchrate im mobilen Warenkorb sei viel zu hoch und wir bräuchten dringend eine eigene App (iOS und Android). vorgelegt haben sie uns ein Angebot über 350.000 TL für die Entwicklung und danach monatlich 15.000 TL für Wartung und Server.

unsere Website ist eigentlich responsive passt sich also mobil sauber an und die Menüs öffnen sich einwandfrei aber die Agentur behauptet jedoch klassische Websites hätten ausgedient und um Kunden zu binden führe an einer App kein Weg vorbei. ein derart großes Budget in eine App zu stecken, ist für unseren Betrieb ein erhebliches Risiko. ist eine App für jedes E-Commerce-Business wirklich Pflicht oder fahren wir mit Mobile Web nicht doch sinnvoller?

FFeyza K***Experte
Funktion
Klinikleiter
Branche
Catering
Organisationsform
Regionalhändler
Beigetreten
Mai 2022
Nachricht
302

Doki · Interface-Design · 2024

Nützlichste Antwort#2

Kurze Antwort: Eine mobile App ist keineswegs für jedes Unternehmen Pflicht. Sofern Kunden nicht mindestens ein- bis zweimal die Woche interagieren, gerätespezifische Hardware zwingend gebraucht wird oder das Modell von Push-Nachrichten lebt, reicht eine responsive Website völlig aus.

In Nischen wie Heimtextilien und Vorhängen, wo Kunden vielleicht ein- oder zweimal im Jahr bestellen, behält kaum jemand eine App auf dem Smartphone. Nach der Lieferung wird sie meist direkt gelöscht, um Speicherplatz zu sparen. Der von der Agentur versprochene Kundenbindungseffekt greift bei Ihrem Geschäftsmodell also schlichtweg nicht. Zudem sind die Kosten für App-Installs heute um ein Vielfaches höher als die Besucherakquise für eine Website.

Hohe Abbrüche im Warenkorb liegen selten am Fehlen einer App. Typische Ursachen sind ein überladener Checkout, überraschende Versandkosten oder technische Hürden bei mobilen Zahlungsarten. Statt 350.000 TL in eine App zu stecken, sollten Sie den Checkout Ihrer mobilen Seite entschlacken, 1-Click-Payment einbinden und die Ladezeiten optimieren – das bringt wesentlich schneller spürbaren Mehrumsatz.

FFatih O***Teilnehmer
Funktion
Projektmanager
Branche
bauwesen
Organisationsform
Ein-Personen-Unternehmen
Beigetreten
Nov. 2023
Nachricht
1
#3

Den Fehler haben wir letztes Jahr auch gemacht. 180.000 TL für ne App verbrannt. Trotz sechs Monaten Dauerwerbung hatten wir am Ende keine 450 Downloads. Und aus diesen 450 Leuten kamen insgesamt ganze 22 Bestellungen rum. Steckt das Geld lieber komplett in Seitenladezeit und Conversion-Optimierung.

HHakan G***Teilnehmer
Funktion
Einkaufsleiter
Branche
Fischerei
Organisationsform
Unternehmen mit 300 Mitarbeitern
Beigetreten
Okt. 2024
Nachricht
185
#4

schaut euch mal pwa an also progressive web apps dann die seite lässt sich wie ne app auf dem startbildschirm ablegen, ganz ohne app-store-gebühren oder jahresabos. kostet nicht mal n zehntel von ner nativen app.

BBurcu A***Teilnehmer
Funktion
IT-Leiter
Branche
Automobilzulieferer
Organisationsform
Werkstatt
Beigetreten
Juni 2024
Nachricht
49
#5

Mit den reinen Entwicklungskosten ist es bei einer App nicht getan. Nach jedem größeren OS-Update müssen Libraries aktualisiert werden. Die Richtlinien der Stores ändern sich ständig, Review-Prozesse ziehen sich. Bei einer responsiven Website ändern Sie einmal den Code auf dem Server und alle Nutzer haben sofort denselben Stand.

SSinan Y***Teilnehmer
Funktion
Grafikdesigner
Branche
IT-Dienstleistungen
Organisationsform
neu gegründetes Startup
Beigetreten
Dez. 2023
Nachricht
25
#6

Für Agenturen sind Apps das lukrativste Geschäft überhaupt, weil direkt ein saftiger Wartungsvertrag dranhängt. Habt ihr euch die Analytics zum Checkout-Abbruch mal genau angesehen? Springen die Leute bei der Adresseingabe ab oder gibt es Kartenfehler beim Payment? Eine App zu verschreiben, ohne das eigentliche Problem zu kennen, ist reine Verkaufstaktik.

NNazlı A***TeilnehmerCommunity-Mitglied
Beigetreten
Okt. 2025
Nachricht
58
#7

wir verkaufen handgemachte Schokolade, uns wurde genau diseelbe Story aufgetischt. hand aufs Herz: Würdet ihr euch für den einmaligen Kauf von Bettwäsche extra ne App runterladen? ich jedenfalls nie im Leben da wird kurz im Browser bestellt und fertig. denkt einfach mal wie der Kunde, dann erübrigt sich die Frage.

ÜÜlkü A***Teilnehmer
Funktion
Grafikdesigner
Branche
Gesundheitswesen
Organisationsform
Werkstatt
Beigetreten
Sept. 2024
Nachricht
199
#8

Klären Sie vor einer Entscheidung diese 3 Punkte: 1) Bestellen Ihre Kunden mehr als viermal im Jahr? 2) Benötigen Sie zwingend Zugriff auf Smartphone-Hardware wie Kamera oder Bluetooth? 3) Haben Sie ein separates Werbebudget, um App-Downloads zu generieren? Wenn die Antwort jeweils Nein lautet, ist eine App überflüssig.

GGökhan Y***Teilnehmer
Funktion
Produktionsleiter
Branche
Lebensmittelgroßhandel
Organisationsform
Genossenschaft
Beigetreten
Juli 2023
Nachricht
34
#9

Müsste man bei einer bestehenden WordPress-Seite oder einem Baukastensystem eigentlich komplett das Theme wechseln um es ordentlich responsive zu bekommen oder reicht dafür auch ein entsprechendes Plugin?

ZZuhalTeilnehmer
Funktion
Filialleiter
Organisationsform
Filialkette
Beigetreten
Juli 2024
Nachricht
82
#10

Behaltet die 350.000 TL schön auf dem Konto. Geht diese Woche direkt an euren mobilen Warenkorb: Zwang zur Registrierung raus, Gastbestellung aktivieren und SMS-Verifizierung für Handynummern rein. Ihr werdet sehen, wie die Abbrüche sofort in den Keller gehen.

GGülayTeilnehmer
Funktion
Textilwerkstatt
Beigetreten
Okt. 2023
Nachricht
84
#11

Gut, dass du diesen Thread eröffnet hast.

AAlperTeilnehmer
Funktion
Außendienstleiter
Organisationsform
Genossenschaft
Beigetreten
März 2024
Nachricht
102

Doki · E-Commerce-Infrastruktur · 2026

#12

Gut, dass du diesen Thread eröffnet hast. Rechne das über die jährlichen Gesamtkosten, nicht über die monatliche Rechnung.

Wenn ihr das Ergebnis hier postet, hilft es auch anderen.

SSelin K***Teilnehmer
Funktion
Test-Spezialist
Branche
Bildung
Organisationsform
Unternehmen mit 120 Mitarbeitern
Beigetreten
Jan. 2026
Nachricht
254
#13

Ich möchte etwas fragen. Ein zweiwöchiges Notizbuch hilft mehr als eine sechsmonatige Prognose.

Das war's, entschuldige, wenn ich zu lang war.

VVildan Y***ExperteCommunity-Mitglied
Beigetreten
Okt. 2023
Nachricht
317
#14

Bei uns ist es genauso. Scheut euch nicht zu fragen wer nicht fragt, zahlt am Ende mehr.

Bei uns war der größte Zeitfresser die Unklarheit darüber, wer entscheidet.

IIrmak Ö***Teilnehmer
Funktion
Inhaber
Branche
Sicherheitsdienste
Organisationsform
Betrieb mit zwei Filialen
Beigetreten
Apr. 2023
Nachricht
53
#15

Ich möchte etwas fragen. Wenn man versucht, alles gleichzeitig zu ändern, etabliert sich nichts richtig.

Wenn du das nicht von Anfang an schriftlich festhältst, gibt es später Streit. Das ist meine Meinung, ich behaupte nicht, dass es absolut richtig ist.

MMurat K***Teilnehmer
Funktion
SaaS-Entwickler
Organisationsform
Boutique-Agentur
Beigetreten
März 2024
Nachricht
118

Doki · Log-Management-Einrichtung · 2025

#16

Ich würde sagen, lass uns nichts überstürzen. übrigens lösungen, die im kleinen Maßstab funktionieren, brechen bei Wachstum zusammen das habe ich spät gelernt.

Ich hoffe das hilft dir weiter.

UUfuk V***ExperteCommunity-Mitglied
Beigetreten
Nov. 2023
Nachricht
46
#17

Der am häufigsten übersehene Punkt bei Notwendigkeit einer eigenen App ist dieser: Ein zweiwöchiges Notizbuch hilft mehr als eine sechsmonatige Prognose.

Ein zweiwöchiges Notizbuch hilft mehr als eine sechsmonatige Prognose.

TTuğçeNeues Mitglied
Funktion
Content Creator
Organisationsform
Familienunternehmen
Beigetreten
Okt. 2024
Nachricht
46

Doki · KVKK-Compliance-Beratung · 2024

#18

die Diskussion ist abgeschweift, ich fasse mal zusammen. in den ersten drei Monaten läuft alles gut, die Probleme tauchen im viertn Monat auf.

scrheibt mir wenn ihr Fragen habt, ich antworte so gut ich kann.

AAslı G***ExperteCommunity-Mitglied
Beigetreten
Jan. 2023
Nachricht
1
#19

Hier ist etwas zu beachten. Ein zweiwöchiges Notizbuch hilft mehr als eine sechsmonatige Prognose.

Bei uns war der größte Zeitfresser die Unklarheit darüber, wer entscheidet.

AAhmet G***TeilnehmerCommunity-Mitglied
Beigetreten
Apr. 2022
Nachricht
30
#20

gespeichert aber lösungen, die im kleinen Masßtab funktionieren, brechen bei Wachstum zusammen, das habe ich spät gelernt.

viel Erfolg.

Antwort schreiben