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Man rät mir, meine Geschäftsidee als SaaS aufzuziehen – passt das Modell überhaupt zu meinem Vertrieb?

GGökhan D***Teilnehmer
Funktion
Systemadministrator
Branche
Einzelhandel
Organisationsform
Unternehmen mit 300 Mitarbeitern
Beigetreten
Dez. 2024
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5
#1

wir haben in Bursa eine Software für Textilbetriebe und Lohnnähereien entwickelt, die Aufträge trackt und Rezepturen verwaltet... gedacht war das Ganze als On-Premise- bzw.. dann naja desktop-Paket. unser Plan: einmalig 70.000 TL Lizenzgebühr pro Werkstatt plus 12.000 TL jährliche Wartung.

letzte Woche meinten zwei Investoren und ein befreundeter Dev zu uns klassische Softwarelizenzen seien tot. übrigens wir müssten das Ganze unbedingt als SaaS-Tool aufziehen und über Monatsabos verkaufen.

das Grundprinzip kenne ich aber was ist ein SaaS-Tool in der Praxis wirklich was bringt es und wo liegen die Haken? meine Kunden sitzen in Gewerbegebieten mit wackligem Internet und wollen ihre Daten auf dem eigenen Server haben – typische Traditionalisten. also ich bezweifle stark dass die bereit sind, monatlich 1.500 bis 2.000 TL als Abo abzudrücken. macht der Schwenk vom Einmalkauf zum Cloud-Abo bei unserer Zielgruppe wirklich Sinn?

RRecep S***TeilnehmerCommunity-Mitglied
Beigetreten
Mai 2025
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342
Nützlichste Antwort#2

Kurz gesagt: Ein SaaS-Tool läuft zentral in der Cloud; Kunden greifen ohne lokale Installation über den Browser darauf zu und zahlen eine monatliche oder jährliche Abo-Gebühr. Aber dieses Modell passt nicht zu jedem Softwaretyp und jeder Zielgruppe. Einer traditionellen Kundschaft mit schlechter Infrastruktur und Sicherheitsbedenken SaaS aufzuzwingen, kann den Vertrieb komplett abwürgen.

Drei Punkte müssen Sie abwägen: 1) Cashflow: Statt einmalig 70.000 TL Lizenzgebühr einzunehmen, dauert es bei 2.000 TL Monatsabo fast drei Jahre, um denselben Betrag pro Kunde zu erzielen. Wenn Ihnen das Kapital fehlt, um Hosting, Betrieb und Weiterentwicklung in den ersten zwei Jahren vorzufinanzieren, droht die Zahlungsunfähigkeit. 2) Betrieblicher Aufwand: Bei Kauflizenzen liegt die Verantwortung für Server und Datensicherheit beim Kunden. Beim SaaS-Tool haften Sie voll für 24/7-Verfügbarkeit, Backups und Sicherheitslücken.

3) Kundenmentalität: Werkstätten mögen oft keine monatlichen Abbuchungen oder laufenden Rechnungen; sie wollen die Software einmal bezahlen und damit abhaken. Der Vorteil von SaaS liegt dagegen im planbaren, wiederkehrenden Umsatz und einer deutlich höheren Unternehmensbewertung.

Mein Rat: Werfen Sie die bisherige Architektur nicht voreilig über Bord. Verkaufen Sie die Kernsoftware weiter als On-Premise-Lizenz. Bieten Sie parallel dazu ein mobiles Dashboard für die Inhaber als kleines SaaS-Tool für 300 bis 500 TL im Monat als Add-on an, um die Akzeptanz am Markt zu testen.

MMerveTeilnehmer
Funktion
Operations Manager
Organisationsform
Genossenschaft
Beigetreten
März 2024
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118
#3

Lasst euch von Investoren nicht verrückt machen und werft kein funktionierendes System um. Verkauft die ersten 10 Lizenzen wie geplant für je 70.000 TL. Holt euch Liquidität rein und testet die Praxis. Den Umbau auf SaaS könnt ihr später aus diesem Cashflow finanzieren.

KKoray C***TeilnehmerCommunity-Mitglied
Beigetreten
Okt. 2022
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180
#4

Investoren hypen SaaS natürlich, weil Firmen mit Recurring Revenue bei höheren Multiples bewertet und leichter weiterverkauft werden. Wenn beim Textiler aber das Internet wegbricht und die Produktion steht, steht nicht der Investor in der Werkstatt, sondern ihr müsst den Kopf hinhalten.

HHilal B***ExperteCommunity-Mitglied
Beigetreten
Feb. 2026
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66
#5

Wir sind in einer ähnlichen Branche von einer Einmallizenz für 45.000 TL auf ein Monatsabo für 1.200 TL umgestiegen. Die ersten 9 Monate hatten wir einen extremen Liquiditätsengpass, weil von 10 Kunden statt 450.000 TL auf einen Schlag monatlich nur noch 12.000 TL reinkamen. Es hat ganze 15 Monate gedauert, bis wir uns gefangen hatten und profitabel wurden.

HHakan A***Teilnehmer
Funktion
Software-Teamleiter
Branche
Catering
Organisationsform
Firma mit 20 Mitarbeitern
Beigetreten
Okt. 2023
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86
#6

Eine Architektur, die für Desktop geschrieben wurde, in der Cloud zu einem mandantenfähigen Multi-Tenant-SaaS-Tool umzubauen, bedeutet praktisch, die Codebasis komplett von null neu zu schreiben. Themen wie Datenbank-Isolation, Datensicherheit und Server-Redundanz erfordern einen enormen technischen Engineering-Aufwand.

NNazlı A***Teilnehmer
Funktion
Klinikleiter
Branche
Maschinenbau
Organisationsform
mittelständisches Unternehmen
Beigetreten
Dez. 2023
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353
#7

unsere buchhalter waren am anfang auch gegen die cloud aber als dann zwei rechner abgeraucht sind und die daten weg waren haben sies kapiert. an monatliche zahlungen gewöhnen sich die chefs auch solange sie alles vom handy aus sehen können selbst wenn der pc verreckt.

HHüseyin T***Veteran
Funktion
Klinikleiter
Branche
Lebensmittelgroßhandel
Organisationsform
neu gegründetes Startup
Beigetreten
Juni 2024
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378
#8

Klären Sie vor dem Wechsel unbedingt diese drei Fragen: 1) Wie viele Minuten Internetausfall tolerieren Ihre Kunden? 2) Hat Ihr Unternehmen genug Rücklagen, um den geringen Cashflow der ersten 12 Monate abzufedern? 3) Erfordert Ihre Software häufige Updates und permanenten Live-Support?

DDilara U***Teilnehmer
Funktion
Verkäufer im Einzelhandel
Branche
energie
Organisationsform
Team mit 8 Personen
Beigetreten
Sept. 2025
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15
#9

ich kenne die Lohnfertiger und Werkstätten ganz gut, die kriegen 'nen Hals, wenn am Monatsanfang Geld von der Karte abgebucht wird. übrigens wenn du 'ne Jahresaborechnung stellen und den Betrag direkt im Voraus kassieren kannst, denk über SaaS nach – ansonsten rennst du jeden Monat nur deiner Kohle hinterher und kommst gar nicht mehr zum Coden.

İİbrahim T***ExperteCommunity-Mitglied
Beigetreten
März 2025
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22
#10

Betrachtet man den Prozess, ändert sich das Bild. Berechne, wie viele Monate du ohne Einnahmen überleben kannst, und teile diese Zahl dann durch zwei.

Aus Erfahrung weiß ich das.

MMurat K***Teilnehmer
Funktion
HR-Leiter
Branche
Transport
Organisationsform
neu gegründetes Startup
Beigetreten
Aug. 2025
Nachricht
333

Doki · Markenidentität · 2023

#11

gut gemacht.

GGürkan B***Teilnehmer
Funktion
Inhaber
Branche
glas
Organisationsform
Unternehmen mit 300 Mitarbeitern
Beigetreten
Aug. 2023
Nachricht
106

Doki · Backup-Einrichtung · 2024

#12

Man sollte der Reihe nach vorgehen. Erst messen, dann aufteilen. In dieser Reihenfolge endet die Diskussion.

Wenn es jemand anders macht, würde mich das auch interessieren.

NNuri E***Experte
Funktion
General Coordinator
Branche
leder
Organisationsform
Regionalhändler
Beigetreten
Feb. 2023
Nachricht
386
#13

Bei uns ist es genauso. Scheut euch nicht zu fragen, wer nicht fragt, zahlt am Ende mehr.

Wenn es jemand anders macht, würde mich das auch interessieren.

EElif P***Neues Mitglied
Funktion
Qualitätsprüfer
Branche
energie
Organisationsform
Unternehmen innerhalb eines Konzerns
Beigetreten
Juli 2026
Nachricht
130
#14

Meine Frage ist geklärt, vielen Dank. Wenn ihr es zum ersten Mal macht, fangt klein an, die Skalierung kommt später.

Wenn ihr das Ergebnis hier postet, hilft es auch anderen.

NNeşeNeues Mitglied
Funktion
Friseursalon
Beigetreten
Okt. 2024
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21
#15

Ich fasse kurz zusammen, was bisher gesagt wurde... Je schwerer es ist, eine Entscheidung rückgängig zu machen, desto langsamer solltet ihr sie treffen.

Nur als Notiz, könnte nützlich sein.

İİlker Y***Experte
Funktion
Praktikant
Branche
verpackung
Organisationsform
Genossenschaft
Beigetreten
März 2024
Nachricht
132
#16

Meine Frage ist geklärt, vielen Dank. Budget aufteilen, ohne zu wissen, wo man verliert, ist Geld im Dunkeln verteilen.

Wenn es jemand anders macht, würde mich das auch interessieren.

TTanerTeilnehmer
Funktion
Bauunternehmen
Beigetreten
Okt. 2023
Nachricht
68
#17

Du hast recht, ich bin denselben Weg gegangen. Kein Prozess ohne Dokumentation verbessert sich, weil man nicht weiß, was man verbessern soll.

İİlknur E***Teilnehmer
Funktion
Social-Media-Manager
Branche
leder
Organisationsform
Werkstatt
Beigetreten
Juli 2023
Nachricht
228
#18

Ich habe keinerlei Erfahrung mit SaaS-Tool, deshalb frage ich. Wenn ihr es zum ersten Mal macht, fangt klein an, die Skalierung kommt später.

Ich hoffe, das hilft dir weiter.

SSultanExperte
Funktion
Textilexporteur
Organisationsform
Betrieb mit zwei Filialen
Beigetreten
Sept. 2023
Nachricht
148
#19

Ich bin ein kleines Unternehmen, ich erzähle es aus meiner Sicht. Entscheidend ist nicht die Zahl, sondern worauf sie sich bezieht.

Ein zweiwöchiges Notizbuch hilft mehr als eine sechsmonatige Prognose. Wenn deine Situation anders ist, ändert sich das natürlich.

EEmre K***Teilnehmer
Funktion
Projektmanager
Branche
Software
Organisationsform
Werkstatt
Beigetreten
Nov. 2023
Nachricht
1
#20

Wenn du so vorgehst, kläre das vorher. Schaut zuerst, welche Daten ihr bei der Entscheidungsfindung zur Hand habt.

Das ist meine Meinung, ich behaupte nicht dass es absolut richtig ist.

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