forumNeues Thema

Kostenlose Recruiting-Software: Bei 200 Bewerbungen im Monat per Mail wirklich nötig?

ÜÜlkü O***TeilnehmerCommunity-Mitglied
Beigetreten
März 2024
Nachricht
14
#1

wir sind ein Logistik- und Außendienst-Dienstleister mit Sitz in Lille. mittlerweile kratzen wir an den 25 Mitarbeitern und schreiben laufend Stellen aus, um das operative Geschäft auszubauen aber für die letzten zwei Stellenangebote sind uns die Bewerbungen aber völlig über den Kopf gewachsen: Jeden Monat landen an die 200 Lebensläufe direkt im normalen Firmenpostfach.

die ganzen PDFs in Ordner zu sortieren den Status jedes Kandidaten im Blick zu behalten und die Unterlagen intern an die anderen Abteilungsleiter weiterzuleiten, ist das reinste Chaos. schwerer wiegt aber noch dass wir wegen der DSGVO (bzw. rGPD hier in Frankreich) arge Bedenken haben: Wie lange dürfen wir die Lebensläufe überhaupt im Mailarchiv behalten und was tun wir wenn jemand die Löschung seiner Daten verlangt?

da unser Budget knapp ist, überlegen wir, eine kostenlose Recruiting-Software (ATS) aufzusetzen oder die Free-Version einer Cloud-Lösung zu nutzen.. dann reichen solche Gratis-Tools bei 200 Bewerbungen im Monat für Stellenausschreibungen Standard-Bewerbungsformulare und die Kandidatenverwaltung aus, oder sollte man direkt auf eine kostenpflichtige Profilösung umsteigen?

OOrhan Ç***Experte
Funktion
Datenanalyst
Branche
chemie
Organisationsform
Familienunternehmen
Beigetreten
Okt. 2024
Nachricht
15
Nützlichste Antwort#2

Kurze Antwort: Wenn ihr bei 200 Lebensläufen pro Monat angekommen seid, führt am Abschied vom Mail-Postfach und dem Wechsel zu einer Recruiting-Software kein Weg mehr vorbei. Ihr müsst aber nicht gleich viel Geld in die Hand nehmen; für den Anfang deckt ein kostenloses oder Freemium-basiertes Cloud-ATS mit einfachen Bewerbungsformularen und Pipeline-Stufen euren Bedarf vollkommen ab.

Bewerbungen per Mail anzunehmen kostet enorm viel Zeit und birgt rechtlich massive Risiken. Nach den EU-Datenschutzregeln (RGPD) dürft ihr Lebensläufe mit personenbezogenen Daten ohne ausdrückliche Einwilligung nicht einfach zeitlich unbegrenzt im normalen Mailpostfach liegen lassen. Bei einer Recruiting-Software setzen Bewerber beim Absenden des Standardformulars per Checkbox ihr Häkchen für die Datenspeicherung. Nach Ablauf der Frist (in Frankreich sind beispielsweise maximal 2 Jahre üblich) kann das System den Kandidaten automatisch um Verlängerung bitten oder die Daten löschen.

In den Gratis-Versionen ist man meist auf eine gleichzeitig aktive Stelle und wenige Team-Accounts beschränkt. Ihr könntet wie folgt vorgehen: 1) Sucht ein Tool, dessen Bewerbungsformular sich direkt auf eurer Website einbetten lässt, 2) Richtet auf alte Bewerbungsmails einen Autoresponder ein, der auf den Formularlink verweist, 3) Archiviert alle Kandidaten gesammelt, sobald die Stelle besetzt ist. Erst wenn ihr regelmäßig mehrere Stellen parallel ausschreibt, lohnt sich das Upgrade auf einen Bezahl-Tarif.

GGökhan C***Teilnehmer
Funktion
Einkaufsleiter
Branche
Druckerei
Organisationsform
mittelständisches Unternehmen
Beigetreten
Juni 2022
Nachricht
181
#3

200 Lebensläufe klingen erstmal nach wenig, sind aufs Jahr gerechnet aber 2.400 Datensätze. Wenn da ein Bewerber die Löschung seiner Daten verlangt, sucht man sich im Posteingang, im Papierkorb und im Download-Ordner der Chefs zu Tode. Zögert den Wechsel zur Software bloß nicht hinaus.

NNazlı Ş***Neues Mitglied
Funktion
Produktmanager
Branche
Gesundheitswesen
Organisationsform
Firma mit 20 Mitarbeitern
Beigetreten
Juni 2026
Nachricht
351

Doki · Infrastruktur-Migration · 2023

#4

Der größte Vorteil kostenloser Cloud-ATS-Lösungen ist die kinderleichte Einbindung des Formulars auf der Website. Schickt der Bewerber das Formular ab, landet das PDF direkt im verschlüsselten Cloud-Speicher, belegt keinen Platz auf eurem Mailserver und Zugriffsrechte lassen sich exakt auf die Interviewer beschränken.

ÖÖmerTeilnehmer
Funktion
Finanzanalyst
Beigetreten
Dez. 2023
Nachricht
126
#5

Wir sind letztes Jahr vom Mailpostfach zu einem kostenlosen ATS gewechselt. Vorher gingen locker 4 Stunden pro Woche nur dafür drauf, CVs zu sortieren und Interview-Notizen auf WhatsApp oder in Mails zu suchen. Seit dem Wechsel hat sich der Vorselektionsaufwand halbiert. Als das Limit für eine aktive Stelle im Free-Tarif erreicht war, haben wir für 40 EUR im Monat upgegradet – war jeden Cent wert.

NNeslihan K***Experte
Funktion
IT-Leiter
Branche
Catering
Organisationsform
Filialkette
Beigetreten
Jan. 2023
Nachricht
40
#6

Viele der angeblich kostenlosen Recruiting-Tools sind reine Testversions-Fallen. Man schaltet die Stelle, Bewerbungen trudeln ein, und sobald man Kontaktdaten sehen oder Antworten schicken will, soll plötzlich die Kreditkarte her. Prüft vorher genau die Exportfunktionen und wo die versteckten Limits liegen.

İİlknur Y***TeilnehmerCommunity-Mitglied
Beigetreten
Feb. 2023
Nachricht
98
#7

Klärt vor dem Umstieg folgendes: 1) Vorlage für die Eingangsbestätigung an Bewerber fertigmachen. 2) Statusstufen wie Sichtung, Gespräch und Absage definieren. 3) Pflicht-Datenschutzhinweis nach RGPD ins Formular packen. Steht das von vornherein nicht, bringt auch die beste Software keine Ordnung rein.

HHalil Ö***Teilnehmer
Funktion
Systemadministrator
Branche
chemie
Organisationsform
Firma mit 20 Mitarbeitern
Beigetreten
Jan. 2022
Nachricht
4
#8

cvs im mailpostfach suchen ist echt die holle. wir haben mal die unterlagen von nem kandidaten verlegt und ihn deshalb nicht zum gesprach eingeladen, der war dann naturlich woanders unter. allein schon die kandidaten in nem kostenlosen board als karten hin und her zu schieben nimmt so viel stress raus.

GGökhan Y***Teilnehmer
Funktion
Produktionsleiter
Branche
Lebensmittelgroßhandel
Organisationsform
Genossenschaft
Beigetreten
Juli 2023
Nachricht
34
#9

Und wie ist das, wenn wir gar keine eigene Website haben sondern Bewerbungen nur über Social Media oder Stellenbörsen sammeln? ehrlich gesagt bringen diese Gratis-Tools dann trotzdem was, also kann man den Link direkt auf Social Media teilen?

BBerkTeilnehmer
Funktion
Immobilienmakler
Beigetreten
Apr. 2024
Nachricht
102

Doki · Incident-Response-Support · 2026

#10

Ja, ATS-Tools generieren für jede Stelle einen eindeutigen Bewerbungslink, den man überall teilen kann. Bewerber klicken drauf, füllen das Webformular aus und der Lebenslauf landet sofort sicher in eurem Dashboard.

ZZeynep E***Teilnehmer
Funktion
Kundenservice-Mitarbeiter
Branche
energie
Organisationsform
Regionalhändler
Beigetreten
Apr. 2025
Nachricht
53
#11

Ich sehe das anders. Zugangsdaten sollten auf den Firmennamen laufen, nicht auf persönliche Konten.

Korrigiert mich falls ich falsch liege.

BBurak A***Experte
Funktion
Lagerleiter
Branche
Einzelhandel
Organisationsform
Betrieb mit zwei Filialen
Beigetreten
Feb. 2023
Nachricht
1
#12

Ein Thema das gerade aktuell ist.

LLeyla Y***Teilnehmer
Funktion
Buchhalter
Branche
Transport
Organisationsform
Werkstatt
Beigetreten
Feb. 2022
Nachricht
2
#13

Die Diskussion ist abgeschweift, ich fasse mal zusammen. Fehler auf der Recruiting-Software-Seite sind meist rückgängig zu machen aber teuer.

Viel Erfolg.

ZZafer A***TeilnehmerCommunity-Mitglied
Beigetreten
Nov. 2025
Nachricht
152
#14

Ich erkläre mal die technische Seite. Zwei Wochen Notizen machen liefert bessere Ergebnisse als eine sechsmonatige Schätzung.

Korrigiert mich, falls ich falsch liege.

BBora A***Teilnehmer
Funktion
Produktionsplanung
Branche
E-Commerce
Organisationsform
Unternehmen innerhalb eines Konzerns
Beigetreten
Okt. 2024
Nachricht
65
#15

Ich stimme zu, möchte das sogar besonders betonen. Wenn du zu einem Thema drei verschiedene Antworten bekommst, war die Frage falsch gestellt.

Korrigiert mich, falls ich falsch liege.

DDilara A***Teilnehmer
Funktion
Datenerfasser
Branche
Versicherungswesen
Organisationsform
Unternehmen innerhalb eines Konzerns
Beigetreten
Okt. 2024
Nachricht
99
#16

Hier habe ich einen Einwand. Jeder nicht schriftlich festgehaltene Punkt ist einer, an den sich beide Parteien später unterschiedlich erinnern.

Wenn der Umfang wächst, müssen entweder Zeit oder Budget wachsen. Eine dritte Option gibt es nicht.

EErcan T***Teilnehmer
Funktion
Key-Account-Manager
Beigetreten
Jan. 2024
Nachricht
96
#17

Nach diesem Erlebnis hat sich meine Sichtweise geändert. Menschen verteidigen nicht den Prozess, sondern die Gewohnheit. Der Widerstand kommt daher.

Wenn ihr das Ergebnis hier postet, hilft es auch anderen.

ÖÖzge A***Teilnehmer
Funktion
Finanzbuchhaltung
Branche
chemie
Organisationsform
Unternehmen mit 300 Mitarbeitern
Beigetreten
Feb. 2026
Nachricht
357

Doki · Incident-Response-Support · 2023

#18

ich bin in derselben Situation deshalb frgae ich und in den ersten drei Monaten läuft alles gut, die Probleme tauchen im vierten Monat auf.

fragt, wer das Angebot erstellt hat und wer die Arbeit ausführen wird. wenn deine Situation anders ist ändetr sich das natürlich.

PPolat Y***ExperteCommunity-Mitglied
Beigetreten
Feb. 2024
Nachricht
384
#19

Ich probiere es aus. Wenn du zu einem Thema drei verschiedene Antworten bekommst, war die Frage falsch gestellt.

Das ist meine Meinung, ich behaupte nicht, dass es absolut richtig ist.

AAhmet M***TeilnehmerCommunity-Mitglied
Beigetreten
Jan. 2024
Nachricht
27
#20

Die obige Antwort bringt es auf den Punkt. Die Antwort hängt stark von der Branche ab, es gibt keine allgemeine Regel.

Das ist meine Meinung, ich behaupte nicht, dass es absolut richtig ist.

Antwort schreiben