forumNeues Thema

Uns wurde ein CRM-System empfohlen – was ist das genau und brauchen wir das wirklich?

DDilara A***Teilnehmer
Funktion
Datenanalyst
Branche
Sport & Fitness
Organisationsform
Unternehmen mit 120 Mitarbeitern
Beigetreten
Aug. 2023
Nachricht
113

Doki · Infrastruktur-Migration · 2024

#1

Wir betreiben in Dubai einen Großhandel für Textilien und Hotelbedarf. Wir sind zwei Gesellschafter, haben einen Vertriebler und einen Lageristen. Pro Monat haben wir mit etwa 25–30 Geschäftskunden aktive Bestell- oder Angebotsprozesse laufen. Bisher haben wir alle Angebote, Gesprächsnotizen und Liefertermine im E-Mail-Archiv und in einer gemeinsamen Tabelle festgehalten, und bislang lief auch alles reibungslos.

Letzte Woche meinte ein Unternehmensberater zu uns, wir bräuchten dringend ein CRM-System, sonst würden wir Kundenverluste gar nicht mitbekommen. Für die jährliche Lizenz und Einrichtung wurden rund 15.000 AED veranschlagt. Der Betrag bringt unseren Cashflow zwar nicht um, aber unnötig Geld verbrennen wollen wir eben auch nicht.

Ehrlich gesagt verstehe ich nicht ganz welches konkrete Problem das löst und ob es für ein vierköpfiges Team wirklich unverzichtbar ist. Was genau macht ein CRM-System, nützt das einem Großhändler unserer Größe überhaupt etwas, oder reicht es völlig vorerst bei Tabellen zu bleiben?

KKadir G***TeilnehmerCommunity-Mitglied
Beigetreten
Sept. 2022
Nachricht
44
Nützlichste Antwort#2

Kurze Antwort: Ein CRM-System bündelt alle Kundentelefonate, E-Mails, Angebote und Verkaufsphasen in einer einzigen Datenbank und schafft so ein Unternehmensgedächtnis. Für einen vierköpfigen Großhändler mit monatlich 25–30 Geschäftskunden sind 15.000 AED für ein komplexes System zum jetzigen Zeitpunkt reine Geldverschwendung.

Ihren echten Mehrwert entfalten CRM-Programme dort, wo viele Vertriebler unterwegs sind und Hunderte Leads in unterschiedlichen Phasen getrackt werden müssen. Bei langen Verkaufszyklen oder wenn bei Kündigungen eines Mitarbeiters die Kundenhistorie verloren zu gehen droht, rettet das Existenzen. Bei nur einem einzigen Vertriebler wird die Dateneingabe jedoch meist als lästige Pflicht empfunden, und das System verstaubt nach wenigen Wochen.

Für eure Betriebsgröße reichen Tabellen völlig aus. Ergänzt eure jetzige Tabelle einfach um folgende Spalten, dann habt ihr alles abgedeckt: 1) Ansprechpartner beim Kunden und Position 2) Datum des letzten Kontakts und Gesprächszusammenfassung, 3) Angebotssumme und Abschlusswahrscheinlichkeit, 4) Nächstes Follow-up-Datum und Zuständigkeit. Das geht ihr einfach jeden Montag in einem halbstündigen Meeting durch.

Wann lohnt sich ein CRM? Sobald ihr einen zweiten oder dritten Vertriebler einstellt, die Zahl der angefragten Kunden monatlich die 100er-Marke knackt oder ihr automatisierte Angebote und Reminder anbinden wollt. Dann reichen erst mal kostenlose oder günstige Cloud-Einsteigerpakete.

DDilara B***Teilnehmer
Funktion
Operations Manager
Branche
Möbelproduktion
Organisationsform
Regionalhändler
Beigetreten
Juni 2024
Nachricht
1

Doki · Interface-Design · 2024

#3

Berater stülpen halt gern jedem dieselbe Schablone über. Bei einem 4-Mann-Großhandel ist ein CRM meistens totes Kapital. Euer Vertriebler hat nach jedem Telefonat keinen Bock, da Notizen einzutippen, und nach zwei Monaten seid ihr wieder bei der Tabelle. Spart euch das Geld.

GGürkan K***Teilnehmer
Funktion
Produktionsplanung
Branche
verpackung
Organisationsform
neu gegründetes Startup
Beigetreten
Mai 2024
Nachricht
109

Doki · Penetrationstest · 2026

#4

Prüft mal ob der Berater an der Software Provision mitverdient. 15.000 AED für die Einrichtung sind bei so einem Betrieb total überzogen. In der Branche gibt es etliche Leute, die sich Berater nennen aber eigentlich nur Software verticken.

AAlper Ç***Teilnehmer
Funktion
Kundenservice-Mitarbeiter
Branche
Transport
Organisationsform
Unternehmen mit 120 Mitarbeitern
Beigetreten
Juli 2024
Nachricht
41
#5

Es gibt 3 ganz klare Anzeichen dafür, dass ein Betrieb wirklich ein CRM braucht: 1) Wenn ein Vertriebler geht und keiner mehr weiß, was dem Kunden angeboten wurde. 2) Wenn pro Woche 3–4 Kunden nach dem Angebot vergessen werden. 3) Wenn mehrere Kollegen denselben Kunden doppelt anrufen. Trifft das alles nicht zu, braucht ihr keins.

GGürkan K***TeilnehmerCommunity-Mitglied
Beigetreten
Sept. 2025
Nachricht
189
#6

Wir waren damals auch zu dritt und haben uns voller Elan 'ne Jahreslizenz geholt. Die ersten zwei Wochen haben alle fleißig Daten eingetragen, danach kam das Tagesgeschäft und keiner hat mehr reingeschaut. Kohle komplett verbrannt. Wenn die gemeinsame Tabelle funktioniert bloß keine Experimente.

Edit: Ich habe oben etwas falsch geschrieben, entschuldigung.

DDamla M***Teilnehmer
Funktion
Außendienstmitarbeiter
Branche
Immobilien
Organisationsform
mittelständisches Unternehmen
Beigetreten
Juli 2025
Nachricht
63

Doki · Mobile App · 2023

#7

für 30 kunden im monat 15k aed raushauen ist quatsch. haut zwei filter in ne cloud-tabelle und gut ist. crm könnt ihr euch holen wenn das vertriebsteam wächst.

SSinan B***Neues Mitglied
Funktion
Produktionsplanung
Branche
Werbung und Marketing
Organisationsform
mittelständisches Unternehmen
Beigetreten
Sept. 2026
Nachricht
59
#8

Bei meinem früheren B2B-Export-Arbeitgeber hat der Chef 40.000 Dollar für so ein riesiges System hingelegt. Alle, inklusive Vertriebsleiter, haben es gehasst, Daten einzupflegen, weil die Oberfläche unfassbar träge war. Am Ende haben alle heimlich wieder Notizblöcke und Excel genutzt. Nach zwei Jahren wurde das Ding komplett abgeschaltet.

RRamazan Y***Teilnehmer
Funktion
Mitgründer
Branche
Lebensmittelgroßhandel
Organisationsform
Betrieb mit zwei Filialen
Beigetreten
Feb. 2026
Nachricht
13
#9

Wir sind erst auf einen kostenlosen Einstiegsplan umgestiegen, als wir bei monatlich 120 aktiven Kundengesprächen waren. Damit kamen wir die ersten 6 Monate ganz ohne Lizenzkosten durch. Statt 15.000 AED im Jahr dafür auszugeben, steckt das Geld lieber in Musterware oder die Logistik, da habt ihr mehr von.

İİbrahim A***ExperteCommunity-Mitglied
Beigetreten
Mai 2024
Nachricht
1
#10

Fügt in eure jetzige Tabelle einfach die Spalte 'Nächstes Follow-up' ein und kontrolliert das wöchentlich. Solange ihr keinen Kundenanruf verpennt, müsst ihr für teure Software keinen Cent ausgeben.

ÜÜmit Ö***Teilnehmer
Funktion
Vertriebsleiter
Branche
Druckerei
Organisationsform
mittelständisches Unternehmen
Beigetreten
Nov. 2024
Nachricht
108
#11

Dieses Thema ist archiviert.

SSultan U***TeilnehmerCommunity-Mitglied
Beigetreten
Juli 2025
Nachricht
402
#12

Wenn ich dich richtig verstehe, meinst du Folgendes: Je schwerer es ist, eine Entscheidung rückgängig zu machen, desto langsamer solltet ihr sie treffen.

Erst messen, dann aufteilen. In dieser Reihenfolge endet die Diskussion. An deiner Stelle würde ich so vorgehen.

NNazlıTeilnehmer
Funktion
Lokales Marketing
Organisationsform
Boutique-Agentur
Beigetreten
Aug. 2024
Nachricht
126
#13

Ich fasse das Thema mal zusammen da es mehrere unterschiedliche Antworten gab. Ein zweiwöchiges Notizbuch hilft mehr als eine sechsmonatige Prognose.

Wenn es jemand anders macht, würde mich das auch interessieren.

JJülide U***TeilnehmerCommunity-Mitglied
Beigetreten
Feb. 2024
Nachricht
346
#14

Danke fürs Schreiben, das ist genau richtig. Bei uns war der größte Zeitfresser die Unklarheit darüber, wer entscheidet.

DDamla Ö***TeilnehmerCommunity-Mitglied
Beigetreten
Jan. 2022
Nachricht
70
#15

Richtig. Nur weil alle es tun, heißt es nicht, dass es richtig ist.

Viel Erfolg.

RReyhan S***Teilnehmer
Funktion
Klinikleiter
Branche
Tourismus
Organisationsform
Familienunternehmen
Beigetreten
Apr. 2024
Nachricht
242

Doki · Penetrationstest · 2026

#16

Danke fürs Schreiben.

GGökhan G***TeilnehmerCommunity-Mitglied
Beigetreten
Nov. 2022
Nachricht
223
#17

Hier ist etwas zu beachten. Geht keine Vereinbarung ein, die keinen Exit-Plan hat.

Das war's entschuldige, wenn ich zu lang war.

LLale Y***TeilnehmerCommunity-Mitglied
Beigetreten
Juli 2025
Nachricht
378
#18

Absolut. Wenn ich noch etwas hinzufügen darf: Wenn man versucht, alles gleichzeitig zu ändern, etabliert sich nichts richtig.

Entscheidend ist nicht die Zahl, sondern worauf sie sich bezieht. Nur als Notiz, könnte nützlich sein.

AAhmet M***TeilnehmerCommunity-Mitglied
Beigetreten
Jan. 2024
Nachricht
27
#19

Die Diskussion ist abgeschweift, ich fasse mal zusammen. Erst messen, dann aufteilen. In dieser Reihenfolge endet die Diskussion.

Viel Erfolg.

EElif T***TeilnehmerCommunity-Mitglied
Beigetreten
Apr. 2025
Nachricht
343
#20

Ich erzähle mal, was mir passiert ist, vielleicht hilft es euch. Der meiste Zeitverlust entsteht durch Arbeiten, die auf Freigaben warten.

Wenn wir ohne Messung entscheiden, landen wir immer wieder am selben Punkt. Wenn ihr das Ergebnis hier postet, hilft es auch anderen.

Antwort schreiben