- Funktion
- Ehemaliger Gründer
- Organisationsform
- neu gegründetes Startup
- Beigetreten
- Aug. 2023
- Nachricht
- 76
Ende 2022 habe ich die Firma dichtgemacht. Zwei Jahre sind seitdem vergangen, jetzt kann ich wieder nüchtern drüber schreiben. Ich schreib das hier nicht, um Leute zu erschrecken; als ich am Untergehen war, waren alle Artikel, die ich las, entweder Erfolgsstorys oder „Gib nicht auf“-Gerede. Beides hat mir null geholfen.
Mein größter Fehler war, den Umsatz für Bargeld zu halten. Auf dem Papier wuchsen wir, aber das Bankkonto hat das überhaupt nicht bestätigt. Ich habe auf Ziel verkauft, die Zahlungsziele waren auf 90 Tage gestiegen, aber ich habe die Lieferanten bar bezahlt. Ich hatte einfach angenommen, dass sich diese Schere irgendwann schließt. Hat sie nicht.
Mein zweiter Fehler war, dass ich den Return on Investment für das Geld, das ich ins Wachstum gesteckt habe, nicht gemessen habe. Wir haben Werbung geschaltet, der Umsatz stieg, also dachte ich, es funktioniert. Als ich später genauer hinsah, kamen die meisten zusätzlichen Verkäufe von Kunden, die uns eh schon kannten. Als ich die Werbung stoppte, ging der Umsatz nicht runter. Ich habe also zwei Jahre lang meinen eigenen Kunden mein eigenes Produkt nochmal verkauft.
Der dritte Punkt ist: Ich habe die schlechte Nachricht rausgezögert. Gegenüber meinem Partner und dem Team. Wenn ich drei Monate früher geredet hätte, hätten wir uns verkleinern und weitermachen können. Ich habe diese drei Monate damit verplempert, zu hoffen, dass es sich vielleicht von allein regelt.
Wer Fragen hat, ich antworte. Falls es was zu lernen gibt, gerne, ich lese auch mit.