Kurze Antwort: UI-Design-Beispiele im Portfolio allein reichen definitiv nicht als Entscheidungskriterium aus; denn ein Großteil dieser optisch beeindruckenden Screens sind reine Phantasiestudien, die nie mit echten Daten, Fehlerszenarien oder technischen Grenzen der Entwickler getestet wurden. Konzentrieren Sie sich bei der Agenturauswahl nicht auf statische Bilder, sondern auf live geschaltete Produkte und das übergebene Designsystem.
Das Erste, was Sie beim Prüfen eines Portfolios tun sollten: fragen, ob die gezeigten Projekte aktuell überhaupt live sind. Laden Sie sich die Live-App oder die Website aufs Smartphone und bedienen Sie sie selbst. Wenn zwischen dem Produkt in freier Wildbahn und den schicken Screens im Agenturportfolio Welten liegen, stimmt entweder die Abstimmung mit den Devs nicht oder die Agentur kann keine praxistauglichen Designs liefern.
Zweitens: Fragen Sie nach den Fallstudien und Prozessen. Bekommen Sie nur fertig eingefärbte Screens vorgelegt, oder wird logisch begründet wie: „Dieses Nutzerproblem haben wir über jenen Flow gelöst und so die Abbruchrate der Formulare gesenkt“? Echtes UX-Design misst sich nicht am Schatten eines Buttons, sondern an der Schlankheit des Registrierungsprozesses.
Drittens sollten Sie das Developer Handoff hinterfragen. Erhalten Sie am Ende nur eine reine Layout-Datei, oder eine vollständige technische Dokumentation samt Button-Zuständen, Formular-Validierungen, Empty States, Textumbruch-Szenarien und Design-System-Komponenten? Fehlen diese Details, steht Ihr Entwicklerteam vor einer Wand und die Projektkosten schießen in die Höhe.