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Start mit Performance-Marketing – welche Kennzahlen zählen wirklich, welche täuschen?

FFeyza A***VeteranCommunity-Mitglied
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Juli 2023
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#1

Wir sind eine kleine Manufaktur für hochwertige Ledertaschen und Portemonnaies. Vor drei Monaten haben wir unseren Onlineshop gestartet und schalten nun digitale Werbung mit einem Budget von monatlich 35.000 TL. Unser Berater schickt uns ständig Screenshots aus dem Werbekonto und feiert einen ROAS von 6 als Mega-Erfolg.

Schaue ich mir am Monatsende das Bankkonto und das Lager an, teile ich die Begeisterung nicht. Im Werbemanager stehen zwar 210.000 TL Umsatz, aber unterm Strich reicht es nach Wareneinsatz, Versandkosten und Retouren gerade mal so für die schwarze Null. Zudem weichen die Bestellzahlen im Ad-Manager um fast zwanzig Prozent von den tatsächlichen Bestellungen in unserem Shopsystem ab.

Wir machen Performance-Marketing zum ersten Mal in dieser Größenordnung und ich weiß einfach nicht, welchen Zahlen ich trauen kann. Wo führen uns ROAS und CPA aus dem Dashboard in die Irre und nach welchem Schema sollten wir die tatsächliche Rentabilität bewerten?

KKader Ş***Neues MitgliedCommunity-Mitglied
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Sept. 2026
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Nützlichste Antwort#2

Kurze Antwort: Der ROAS im Werbemanager sagt für sich allein genommen nichts über die tatsächliche Profitabilität aus, da Retouren Wareneinsatzkosten und doppelt zugeschriebene Verkäufe ignoriert werden. Um den realen Mehrwert der Kampagnen zu verstehen sollten Sie nicht auf den gemeldeten Umsatz schauen, sondern auf den Netto-Deckungsbeitrag pro investiertem Werbegeld und den Blended CAC.

Ein ROAS von 6 im Dashboard führt oft in die Irre, weil Standard-Attributionsmodelle Verkäufe noch sieben Tage nach einem Klick oder View der Anzeige zuschreiben – selbst wenn der Kunde letztlich über die organische Suche gekauft hat. Das erklärt warum bei 35.000 TL Budget und 210.000 TL Ad-Umsatz nichts auf dem Konto hängenbleibt. Stellen Sie das Attributionsfenster auf 1-Day-Click um und schalten Sie View-Through-Conversions komplett ab.

Steuern Sie Ihre Kampagnen stattdessen nach dem POAS (Profit on Ad Spend), also dem Verhältnis von Rohertrag zu Werbeausgaben. Ziehen Sie von jedem Lederprodukt die Herstellungskosten, den Versand, die Verpackung und die durchschnittliche Retourenquote ab. Liegen die Werbeausgaben unter diesem Deckungsbeitrag, wachsen Sie profitabel. Andernfalls verbrennen Sie trotz schöner Umsatzzahlen schlichtweg Eigenkapital.

Berechnen Sie schließlich zu jedem Monatsanfang den Blended MER (Marketing Efficiency Ratio): Tatsächlicher Geldeingang auf dem Geschäftskonto geteilt durch die gesamten Werbeausgaben. Diese einfache Gesamtrechnung zeigt Ihnen ungeschönt den echten Zustand Ihres Geschäfts – völlig unabhängig davon, was die Dashboards behaupten.

ÖÖzgür A***ExperteCommunity-Mitglied
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Feb. 2025
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1
#3

Agenturen und Berater lieben den ROAS deshalb so sehr, weil er rein auf dem Bruttoumsatz basiert. Der Umsatz sieht auf dem Papier toll aus, aber wenn eure Marge nur bei 30 Prozent liegt und noch Retouren dazukommen, kann euch selbst ein 6er ROAS schleichend in die Pleite treiben. Umsatz auf dem Dashboard zahlt nun mal keine Rechnungen.

MMeryem K***Teilnehmer
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Grafikdesigner
Branche
leder
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Familienunternehmen
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Juli 2025
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417
#4

Wir sind bei 80.000 TL Monatsbudget in genau dieselbe Falle getappt. Im Dashboard stand ein ROAS von 5, aber mit Versandschäden und 15 Prozent Retourenquote war der Reingewinn am Ende gleich null. Erst als wir auf Deckungsbeitrag pro Bestellung umgestellt haben, sank der Dashboard-ROAS zwar auf 3,5, aber auf dem Konto war endlich echtes Plus zu sehen.

Edit: Ich habe ein paar Tippfehler korrigiert.

VVildan D***Teilnehmer
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Qualitätsprüfer
Branche
Elektro- und Elektronikindustrie
Organisationsform
Regionalhändler
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Apr. 2024
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160

Doki · Phishing-Schulung · 2024

#5

Durch Last-Click- und 7-Day-View-Attribution greifen sich die Werbenetzwerke vor allem Nutzer ab, die eure Marke ohnehin schon kennen, und verbuchen das als eigenen Erfolg. Sagt eurem Berater mal, er soll sämtliche Brand-Kampagnen komplett pausieren – dann wird sich zeigen was von dem 6er ROAS bei kalter Zielgruppe noch übrig bleibt.

TTuğçe C***Experte
Funktion
HR-Spezialist
Branche
Recht
Organisationsform
Produktionsunternehmen mit 40 Mitarbeitern
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Feb. 2023
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185
#6

Deaktivieren Sie noch heute in den Dashboard-Einstellungen die View-Through-Conversions und stellen Sie das Attributionsfenster auf 1-Tages-Klick um. Dieser künstlich aufgeblähte ROAS von 6 nähert sich dann ganz schnell der Realität an und Sie sehen endlich das wahre Bild.

RRamazan T***TeilnehmerCommunity-Mitglied
Beigetreten
Mai 2024
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4
#7

Für eine saubere Messung sollten Sie diese drei Metriken heranziehen: 1) Der verbleibende Bruttogewinn für jede ausgegebene Lira. 2) Die Blended Customer Acquisition Cost, also das Verhältnis der gesamten Marketingausgaben zur Anzahl der Neukunden. 3) Der tatsächliche Bankabgleich nach Abzug von Versand und Retouren.

EEmre K***Teilnehmer
Funktion
Projektmanager
Branche
Software
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Werkstatt
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Nov. 2023
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1
#8

Spielt Ihr Berater die Anzeigen nur an Personen aus die Ihre Website schon einmal besucht haben? Oder wie viel von den 35.000 TL Budget fließt tatsächlich in völlig neue Interessenten die Ihre Marke noch gar nicht kennen?

MMehmet Ç***TeilnehmerCommunity-Mitglied
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Apr. 2023
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277
#9

schaut nicht auf die zahlen im dashboard sondern ins buchhaltungsprogramm sag ich mal. werbeausgaben geteilt durch den netto-bankeingang ist der einzige echte indikator, lasst euch von den restlichen metriken nicht verrückt machen

FFeyza A***TeilnehmerCommunity-Mitglied
Beigetreten
März 2026
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55
#10

Zu Beginn ist diese Verwirrung völlig normal, lassen Sie sich bloß nicht entmutigen. Ziehen Sie Ihre eigenen Versand- und Produktionskosten ab, ermitteln Sie Ihren Reingewinn pro Stück und verlangen Sie vom Berater anschließend eine Optimierung, die rein auf den Gewinn statt auf den Umsatz abzielt.

EErcan C***TeilnehmerCommunity-Mitglied
Beigetreten
Sept. 2024
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345
#11

Ich erzähle mal, was mir passiert ist, vielleicht hilft es euch. Wenn man versucht, alles gleichzeitig zu ändern, etabliert sich nichts richtig.

Schreibt mir, wenn ihr Fragen habt, ich antworte so gut ich kann.

NNeslihan T***Experte
Funktion
Einkaufsleiter
Branche
Maschinenbau
Organisationsform
Werkstatt
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Dez. 2024
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229
#12

Mich interessiert das auch.

TTolga Y***TeilnehmerCommunity-Mitglied
Beigetreten
Dez. 2023
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2
#13

Bei uns war es so. Das Ranking ist das Ergebnis, die Suchintention der Input. Schaut erst auf die Intention.

Viel Erfolg.

ZZeynep K***TeilnehmerCommunity-Mitglied
Beigetreten
Feb. 2024
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41
#14

Ich stimme zu.

KKader B***Experte
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IT-Leiter
Branche
Landwirtschaft
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Boutique-Agentur
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März 2023
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233
#15

ich stimme zu dann das Ranking des Wettbewerbers könnte nicht vom Inhalt kommen, sondern von der langjährigen Akkumulation.

an deiner Stelle würde ich so vorgehen.

MMurat G***Teilnehmer
Funktion
Einkaufsleiter
Branche
Sport & Fitness
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Firma mit 20 Mitarbeitern
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Apr. 2023
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2
#16

Meine Frage klingt vielleicht etwas naiv, entschuldigt bitte. Kein Prozess ohne Dokumentation verbessert sich, weil man nicht weiß, was man verbessern soll.

Nur weil alle es tun, heißt es nicht, dass es richtig ist. Schreibt mir, wenn ihr Fragen habt, ich antworte so gut ich kann.

LLeyla Y***Teilnehmer
Funktion
Buchhalter
Branche
Transport
Organisationsform
Werkstatt
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Feb. 2022
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2
#17

Richtig. Jeder nicht schriftlich festgehaltene Punkt ist einer, an den sich beide Parteien später unterschiedlich erinnern.

An deiner Stelle würde ich so vorgehen.

KKaan B***Teilnehmer
Funktion
Infrastruktur-Ingenieur
Beigetreten
März 2024
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108
#18

Nichts vergessen: Wenn man versucht, alles gleichzeitig zu ändern, etabliert sich nichts richtig.

Wenn deine Situation anders ist, ändert sich das natürlich.

SSultan M***TeilnehmerCommunity-Mitglied
Beigetreten
Juli 2023
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12
#19

Beim Lesen dieser Antwort war ich erleichtert, es liegt also nicht nur an mir. Statt zu löschen, zusammenführen; gelöschte Inhalte kommen nicht zurück.

Ich hoffe, das hilft dir weiter.

EErcan O***TeilnehmerCommunity-Mitglied
Beigetreten
Aug. 2024
Nachricht
40
#20

Vielen Dank ich werde es heute testen.

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