forumNeues Thema

Kosmetikstudio: Kostenlose Termin- und Kundenkartei-Software oder direkt was Kostenpflichtiges?

MMehmet Ç***TeilnehmerCommunity-Mitglied
Beigetreten
Apr. 2023
Nachricht
277
#1

Ich habe in Barcelona ein Kosmetik- und Hautpflegestudio mit drei Behandlungskabinen eröffnet. Bei mir arbeiten zwei Kosmetikerinnen. Mit Renovierung, Geräten und Warenbestand haben wir unser Eröffnungsbudget schon deutlich überzogen. Um die monatlichen Fixkosten zu drücken suche ich gerade nach einer kostenlosen Kosmetik-Software für Terminplanung und Kundenkartei.

Im Netz habe ich ein paar cloudbasierte Programme gefunden, die komplett kostenlos sind oder ein Basispaket für null Euro anbieten... Meine Sorge ist allerdings: Wir speichern Allergie-Vorgeschichten, eingenommene Medikamente sowie Vorher-Nachher-Bilder der Kunden im System... ehrlich gesagt das spanische Datenschutzrecht ist bei Gesundheits- und Körperdaten ja extrem streng.

Wo speichern solche Gratislösungen diese Daten überhaupt? übrigens und was passiert, wenn sie morgen dichtmachen oder kein Backup rausrücken? Sollte man von Anfang an 40–50 EUR im Monat für eine kostenpflichtige Software in die Hand nehmen, oder ist es ein vertretbares Risiko sich die ersten 6 bis 12 Monate mit einer Gratisversion durchzuschlagen?

SSelin K***Teilnehmer
Funktion
HR-Spezialist
Branche
E-Commerce
Organisationsform
Werkstatt
Beigetreten
Sept. 2024
Nachricht
42
Nützlichste Antwort#2

Kurze Antwort: Wenn sensible Gesundheitsdaten wie Hautzustand und Allergien gespeichert werden, sollte man um Gratis-Software definitiv einen großen Bogen machen und direkt ein kostenpflichtiges System wählen, das die Datenspeicherung innerhalb der EU garantiert. Bei kostenlosen Tools gibt es weder Garantien für Datensicherheit noch offizielle AV-Verträge oder technischen Support.

Bei Kundenkarteien in der Kosmetikbranche gibt es zwei grundlegende Fälle: 1) Geht es nur um Termine und Telefonnummern, reicht ein Gratistool fürs Erste vielleicht aus. 2) Sobald jedoch besondere Datenkategorien wie Laserreaktionen, Filler-Behandlungen, Allergien oder Behandlungsfotos erfasst werden, greifen die strengen Vorgaben der spanischen Datenschutzbehörde. Liest man das Kleingedruckte kostenloser Programme, stößt man oft auf Klauseln zur Weitergabe an Dritte für Werbezwecke oder auf Server in Drittstaaten ohne adäquates Datenschutzniveau. Bei einer Betriebsprüfung drohen dann empfindliche Bußgelder.

Wenn das Budget knapp ist, empfiehlt sich das kleinste Paket eines Bezahlanbieters. Diese Einsteigerpakete liegen meist bei 30 bis 50 EUR monatlich, senken durch automatische Terminerinnerungen Ausfallquoten und liefern den gesetzlich vorgeschriebenen Auftragsverarbeitungsvertrag gleich mit. Wenn man später wechseln muss und hunderte historische Kundenakten nicht exportieren kann, wird das unterm Strich wesentlich teurer als die monatliche Softwaregebühr.

VVeli T***TeilnehmerCommunity-Mitglied
Beigetreten
Okt. 2023
Nachricht
152
#3

Wenn das Geld extrem knapp ist, fahr ein Hybridmodell: Termine und Kontaktdaten über einen einfachen Kalender oder ein Gratistool organisieren, die sensiblen Haut- und Allergiekarten dagegen auf einer verschlüsselten lokalen Festplatte oder klassisch in Papierform im verschlossenen Schrank aufbewahren. Sobald die Kasse stimmt, ohne Datenschutzrisiken auf ein Profisystem umsteigen.

SSelim C***TeilnehmerCommunity-Mitglied
Beigetreten
Nov. 2025
Nachricht
53
#4

Ich hatte im ersten Jahr in meinem Studio in Valencia ein kostenloses Terminsystem. Eines Morgens loggen wir uns ein – alle Termine weg, und kein Mensch zu erreichen. Den fünf Kunden an dem Tag mussten wir wegen Doppelbuchungen peinlich berührt absagen. Am nächsten Tag bin ich sofort zu einer etablierten Software für 35 EUR im Monat gewechselt. Seitdem habe ich meine Ruhe.

FFeyza S***TeilnehmerCommunity-Mitglied
Beigetreten
Aug. 2023
Nachricht
251
#5

Bei den meisten kostenlosen Cloud-Diensten kann man die Datenbank entweder gar nicht oder nur stark eingeschränkt exportieren. Wenn sich dann mal zweihundert Kunden angesammelt haben und man wechseln will, bekommt man die Daten oft nicht sauber raus. Unbedingt vorher die Klauseln zur Datenübertragbarkeit im Vertrag checken.

MMerve B***Neues MitgliedCommunity-Mitglied
Beigetreten
Aug. 2026
Nachricht
247
#6

Geh vor der Entscheidung am besten diese Checkliste durch: 1) Wie viele SMS-Erinnerungen sind in der Gratisversion inklusive? 2) Gibt es ein Limit für den Foto-Upload? 3) Liegt der Serverstandort in der EU? 4) Können zwei Kosmetikerinnen gleichzeitig eingeloggt sein? Wenn du zwei dieser Fragen mit Nein beantwortest, lass die Finger von der Gratisversion.

NNecati G***ExperteCommunity-Mitglied
Beigetreten
Nov. 2024
Nachricht
409
#7

Wer Gratis-Software entwickelt, macht das nicht aus Nächstenliebe. Wenn keine Abogebühr fällig wird, läuft das Geschäftsmodell entweder über teure SMS-Pakete im System oder die Kundendaten landen in Marketing-Pools. Wenn sich ein Kunde beschwert, zahlt am Ende nicht der Softwareanbieter die Strafe, sondern dein Studio.

VVeli Y***Teilnehmer
Funktion
Datenanalyst
Branche
E-Commerce
Organisationsform
Produktionsunternehmen mit 40 Mitarbeitern
Beigetreten
Nov. 2023
Nachricht
91

Doki · Server-Wartungsvertrag · 2024

#8

Macht es rechtlich denn eigentlich Probleme, solche Daten in einer Gratis-Software zu hinterlegen selbst wenn man eine handschriftlich unterschriebene Einverständniserklärung vom Kunden hat? Ist Papierform grundsätzlich risikoärmer als digital?

AAleyna A***Teilnehmer
Funktion
Außendienstmitarbeiter
Branche
Medien und Verlagswesen
Organisationsform
Unternehmen mit 120 Mitarbeitern
Beigetreten
Apr. 2025
Nachricht
364
#9

40 EUR im Monat entsprechen bei dir gerade mal einer einzigen Gesichtsbehandlung. Für so eine kleine Ersparnis das Risiko von Kundenverlusten oder Bußgeldern einzugehen, lohnt sich hinten und vorne nicht.

PPelin D***Experte
Funktion
Finanzleiter
Organisationsform
neu gegründetes Startup
Beigetreten
Nov. 2023
Nachricht
138
#10

Nach spanischem Datenschutzrecht gelten Gesundheitsdaten als besonders schützenswert. Die standardmäßigen Nutzungsbedingungen kostenloser Anbieter erfüllen in der Regel nicht die behördlich vorgeschriebenen Protokolle für Verantwortliche und Auftragsverarbeiter.

Ergänzung: Wurde unten schon gefragt, die Antwort habe ich im zweiten Beitrag geschrieben.

EElif P***Neues Mitglied
Funktion
Qualitätsprüfer
Branche
energie
Organisationsform
Unternehmen innerhalb eines Konzerns
Beigetreten
Juli 2026
Nachricht
130
#11

So klar geschriebene Texte sind selten. Fehler auf der kosmetik software kostenlos-Seite sind meist rückgängig zu machen, aber teuer.

Wenn ihr es zum ersten Mal macht, fangt klein an, die Skalierung kommt später. Schreibt mir, wenn ihr Fragen habt, ich antworte so gut ich kann.

FFiliz Ö***Teilnehmer
Funktion
Operations Manager
Branche
Fischerei
Organisationsform
Team mit 8 Personen
Beigetreten
Sept. 2024
Nachricht
383
#12

bei uns ist es genauso dann schau dir an wo das Loch im Eimer ist; Wasser oben draufgießen löst es nicht.

die Antwort hängt stark von der Branche ab, es gibt keine allgemeine Regel dann wenn ihr das Ergebnis hier postet hilft es auch anderen.

HHüseyin T***TeilnehmerCommunity-Mitglied
Beigetreten
Juni 2025
Nachricht
292
#13

Ich spreche mal aus der Gegenperspektive, ich bin auf der Lieferantenseite. Wenn ihr es zum ersten Mal macht, fangt klein an, die Skalierung kommt später.

Überstürzte Entscheidungen sind oft solche, die man sechs Monate später korrigieren muss. Das war's, entschuldige, wenn ich zu lang war.

EEfe K***Teilnehmer
Funktion
Praktikant
Branche
Beratung
Organisationsform
neu gegründetes Startup
Beigetreten
Nov. 2023
Nachricht
107
#14

Da stimme ich zu. Schaut zuerst, welche Daten ihr bei der Entscheidungsfindung zur Hand habt.

Schreibt mir, wenn ihr Fragen habt, ich antworte so gut ich kann.

ZZeynep A***TeilnehmerCommunity-Mitglied
Beigetreten
Sept. 2023
Nachricht
1
#15

meine Frage ist geklärt, vielen Dank und wenn du das nicht von Anfang an schriftlich festhältst, gibt es später Streit.

zwei Wochen Notizen machen liefert bessere Ergebnisse als eine sechsmonatige Schätzung... halt schreibt mir, wenn ihr Fragen habt ich anttworte so gut ich kann.

BBarış B***Teilnehmer
Funktion
Projektmanager
Branche
kosmetik
Organisationsform
Regionalhändler
Beigetreten
Aug. 2024
Nachricht
77
#16

Danke, genau die Antwort, die ich gesucht habe. Erst messen, dann aufteilen. In dieser Reihenfolge endet die Diskussion.

Ein zweiwöchiges Notizbuch hilft mehr als eine sechsmonatige Prognose.

EEmre A***TeilnehmerCommunity-Mitglied
Beigetreten
Nov. 2024
Nachricht
1
#17

Gespeichert.

AAli Y***Teilnehmer
Funktion
Bauleiter
Branche
E-Commerce
Organisationsform
Produktionsunternehmen mit 40 Mitarbeitern
Beigetreten
Jan. 2024
Nachricht
129
#18

Ich erzähle mal, was mir passiert ist, vielleicht hilft es euch. Wenn du zu einem Thema drei verschiedene Antworten bekommst, war die Frage falsch gestellt.

Ein zweiwöchiges Notizbuch hilft mehr als eine sechsmonatige Prognose. An deiner Stelle würde ich so vorgehen.

DDoruk D***Teilnehmer
Funktion
IT-Leiter
Branche
Transport
Organisationsform
Unternehmen innerhalb eines Konzerns
Beigetreten
Juni 2022
Nachricht
11

Doki · Incident-Response-Support · 2026

#19

Absolut. Wenn ich noch etwas hinzufügen darf: In den ersten drei Monaten läuft alles gut, die Probleme tauchen im vierten Monat auf.

Schreibe bei Entscheidungen auch das Worst-Case-Szenario auf, nicht nur das Beste. Das ist meine Meinung, ich behaupte nicht, dass es absolut richtig ist.

NNurayTeilnehmer
Funktion
Verlag
Organisationsform
Betrieb mit zwei Filialen
Beigetreten
Okt. 2023
Nachricht
92
#20

Meine Frage ist geklärt, vielen Dank.

Antwort schreiben