Ich bin Reiseveranstalter, habe diese Rechnung oft gemacht. Ich erzähl mal, wie es bei uns lief.
Klären wir erst die richtige Frage: Es geht nicht darum, die Vermittler rauszuwerfen, sondern die Abhängigkeit von ihnen zu reduzieren. Kleine Hotels, die komplett auf Vermittler verzichten, verlieren oft Auslastung, weil ihr die Sichtbarkeit dieser Seiten nicht selbst kaufen könnt.
In eurer Situation ist der profitabelste Zug, Stammgäste auf den eigenen Kanal zu holen. Die kennen euch schon, brauchen keinen Vermittler, es ist nur Gewohnheit.
Praktischer Weg: Bietet dem Gast beim Check-out einen Vorteil für die direkte Buchung. Muss kein Rabatt sein – Late Check-out, Zimmerupgrade, Willkommensgruß. Die Kosten sind niedriger als die Provision, die wahrgenommene Wertigkeit hoch.
Lasst auch auf der Systemseite nichts von Grund auf neu entwickeln. Es gibt fertige Buchungsmotoren für diesen Zweck, die mit monatlicher Gebühr laufen und auch die Kalender-Synchronisation machen. Für ein Hotel mit zwölf Zimmern eine Software von null zu entwickeln, kostet so viel wie die Abogebühren über Jahre, und die Wartung bleibt auch an euch hängen.
Der entscheidende Punkt ist die Kalender-Synchronisation: Wenn ihr über mehrere Kanäle verkauft, dürft ihr dasselbe Zimmer nicht doppelt verkaufen. Öffnet euren eigenen Kanal nicht, bevor das Problem gelöst ist, denn eine einzige Doppelbuchung kann euren Jahresgewinn auffressen.