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Web-Software-Agentur zu dritt gegründet: Was hat das erste Jahr wirklich gekostet?

AAycan U***TeilnehmerCommunity-Mitglied
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Juli 2023
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2
#1

letztes Jahr habe ich mit zwei befreundeten Entwicklern eine Web-Software-Agentur mit Sitz in den USA gegründet und also gestartet sind wir mit 15.000 Dollar Startkapital und dachten in den ersten sechs Monaten würden die Kundenaufträge schon von ganz alleine reinkommen. für Firmengründung, staatliche Registrierungsgebühren und Rechtsberatung waren anfangs direkt 2.400 Dollar weg. bei der Hardware hat zwar jeder seinen eigenen Rechner genutzt aber für Zusatzmonitore und Upgrades gingen nochmal 3.200 Dollar aus der Firmenkasse drauf.

richtig wehgetan haben dann aber die Softwarelizenzen die wir null auf dem Shcirm hatten und Monate ganz ohne Umsatz. für Dev-Tools Testserver Buchhaltungssoftware und Google Workspace / Firmen-Mails haben wir im Jahr rund 4.800 Dollar gezahlt und als wir dann zwei Monate am Stück keine einzige Rechnung schreiben konnten mussten wir privat nochmal 6.000 Dollar nachschießen – unterm Strich lagen die tatsächlichen Kosten im ersten Jahr also bei 16.400 Dollar. der Schreibtisch im Coworking Space den wir rein fürs Prestige gemietet hatten, hat uns am Ende nicht mal einen einzigen Firmenkunden eingebracht.

rückblickend war unser größter Fehler viel zu früh Geld in unnötige Tool-Abos und eine feste Location zu stecken.. und an alle die das schon durch haben: Wie habt ihr im ersten Jahr den Cashflow gemanagt, und welche Ausgaben habt ihr direkt als überflüssig gestrichen?

OOrhan D***Neues MitgliedCommunity-Mitglied
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Juli 2026
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347
Nützlichste Antwort#2

Kurze Antwort: Im ersten Jahr sollten mindestens 70 Prozent des Kapitals einer Softwarefirma als liquide Reserve auf der hohen Kante liegen. Bevor die Fixkosten nicht durch feste Kundenumsätze gedeckt sind, sollte man außer Gründung, rechtlichen Pflichten und einer minimalen Cloud-Infrastruktur keinerlei feste Verpflichtungen eingehen.

Eure Gesamtausgaben von 16.400 Dollar sind ein klassischer Fall von verfrühter Skalierung. Ein Coworking Space und separate Lizenz-Pools für jeden Entwickler sind im ersten Jahr purer Luxus. Am Anfang braucht es wirklich nur drei Dinge: die offizielle Firmenregistrierung, einen festen Steuerberater und eine Pay-as-you-go-Cloud-Architektur, die erst mit echten Projekten mitwächst. Alles andere trägt in den ersten zwölf Monaten absolut null zum Überleben des Unternehmens bei.

Wenn ihr die Kosten im zweiten Jahr drücken wollt, setzt diese drei Schritte um: Erstens, konsolidiert alle SaaS-Abos unter einem einzigen Firmen-Account und kickt ungenutzte User raus. Zweitens, führt Kundengespräche online oder mietet Besprechungsräume stundenweise an, statt eine feste Location zu zahlen. Drittens, stoppt jegliche Hardware-Käufe komplett, solange ihr kein Notfallpolster habt, das die Fixkosten für mindestens sechs umsatzlose Monate deckt. Bis die Einnahmen verlässlich planbar sind, müssen die monatlichen Ausgaben auf dem absoluten Minimum bleiben.

FFerhat K***Teilnehmer
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Software-Teamleiter
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Maschinenbau
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Unternehmen innerhalb eines Konzerns
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Jan. 2023
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377
#3

Denselben Fehler haben wir vor zwei Jahren auch gemacht. Wir haben die Kosten dann so runtergeschraubt: 1) Statt jährlicher Vorauszahlung bei Lizenzen auf monatliche Abrechnung umgestellt. 2) Coworking-Abo gekündigt und komplett auf Remote umgestellt. 3) Keine neue Hardware gekauft, solange die vorhandenen Laptops nicht abgeraucht sind. Damit haben sich unsere monatlichen Fixkosten direkt halbiert.

ZZafer D***Teilnehmer
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Operations Manager
Branche
Tourismus
Organisationsform
Team mit 8 Personen
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Nov. 2024
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15
#4

Mal als Vergleich aus meinen eigenen Zahlen: Im ersten Jahr hatten wir 1.800 Dollar Gründungskosten, 2.200 Dollar für Cloud-Infrastruktur und 1.500 Dollar für die Buchhaltung. Für Hardware haben wir null Cent ausgegeben. Gesamtkosten lagen unter 5.500 Dollar und ab Monat vier waren wir profitabel. Eure 3.200 Dollar für Hardware waren im ersten Jahr echt unnötig.

YYasemin Ö***TeilnehmerCommunity-Mitglied
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Apr. 2023
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20
#5

Alle wettern hier gegen Coworking Spaces, aber wie wollt ihr denn bei B2B-Kunden ohne persönliche Meetings Vertrauen aufbauen? Gerade im US-Markt bei lokalen KMUs kann dir eine fehlende repräsentative Adresse samt Meetingraum direkt lukrative Pitches kosten. Wäre es nicht sinnvoller, statt komplett zu kündigen einfach nur ein stundenbasiertes Raum-Paket zu behalten?

TTaner N***TeilnehmerCommunity-Mitglied
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Dez. 2025
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13
#6

Geht morgen direkt alle Tool-Lizenzen durch und kündigt rigoros alles, was in den letzten 30 Tagen kein Mensch geöffnet hat. Schreibt euch ein kurzes Skript, das die Dev-Umgebungen in der Cloud nach Feierabend automatisch runterfährt – allein das spart jeden Monat mehrere hundert Dollar.

ZZerrin E***Teilnehmer
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Lagerleiter
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Recht
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Betrieb mit zwei Filialen
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März 2025
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27

Doki · E-Commerce-Infrastruktur · 2026

#7

kopf hoch fast jeder Dev zahlt im ersten Jahr solchees Lehrgeld und wir haben uns damals vor lauter Hype auch direkt Thermobecher mit Firmenlogo drucken lassen und teure Mail-Pakete gebucht. alles für die Tonne. hauptsache ihr habt den Fehler früh erkannt und das Cashflow-Leck gestopft.

GGamze K***Teilnehmer
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Buchhaltungsleiter
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Textil
Organisationsform
Unternehmen mit 300 Mitarbeitern
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Juli 2024
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Doki · E-Commerce-Infrastruktur · 2026

#8

Und wie viel von den 16.400 Dollar Ausgaben habt ihr über tatsächliche Kundenprojekte wieder reingeholt? Also wie hoch war der Nettoverlust unterm Strich? Und über welchen Kanal kamen eure ersten Kunden – Weiterempfehlungen oder Cold Mails? Hoffe mal ihr habt beim Kostensparen nicht auch noch das Marketing komplett auf null gesetzt.

MMurat Ş***Teilnehmer
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Maschinenbau
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Genossenschaft
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Sept. 2023
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376
#9

Jeder Cent, der vor dem ersten Auftrag rausgeht, verkürzt die Lebensdauer der Firma. Bis die erste Rechnung rausgeht, gilt: Null Fixkosten. Statt Coworking hätte es fürs Erste auch jedes x-beliebige Café getan.

PPerihan G***Experte
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Verwaltungsleiter
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Logistik
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Firma mit 20 Mitarbeitern
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Feb. 2026
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283
#10

Danke fürs Schreiben. Bei Wachstum bricht zuerst die Kommunikation zusammen, nicht die Zahlen.

An deiner Stelle würde ich so vorgehen.

DDeniz B***Experte
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Verwaltungsleiter
Branche
Schmuck
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Familienunternehmen
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Juli 2024
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6
#11

Hier habe ich einen Einwand. Der Grund für das Scheitern ist nicht ein einziger großer Fehler, sondern die Anhäufung kleiner Entscheidungen.

In den ersten drei Monaten läuft alles gut, die Probleme tauchen im vierten Monat auf.

SSerhatTeilnehmer
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Go-Entwickler
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Mai 2024
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88
#12

Ich sehe das anders. Wenn die Differenz zwischen Forderungsumschlag und Verbindlichkeitsumschlag in Tagen wächst, rettet dich der Umsatz nicht.

Ich hoffe das hilft dir weiter.

AAhmet Z***TeilnehmerCommunity-Mitglied
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Feb. 2024
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25
#13

Meine Frage klingt vielleicht etwas naiv, entschuldigt bitte. Umsatz mit Cashflow zu verwechseln ist der teuerste Irrtum; was auf dem Bankkonto steht, zählt.

Aus Erfahrung weiß ich das.

YYaseminTeilnehmer
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KMU-Inhaber
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Juli 2024
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98
#14

Der am häufigsten übersehene Punkt bei gründungskosten softwareunternehmen ist dieser: Bei uns war der größte Zeitfresser die Unklarheit darüber, wer entscheidet.

Das ist meine Meinung ich behaupte nicht, dass es absolut richtig ist.

AAycan P***Teilnehmer
Funktion
Produktionsplanung
Branche
Möbelproduktion
Organisationsform
Regionalhändler
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Apr. 2024
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109
#15

Vor zwei Jahren habe ich genau dasselbe erlebt. Schaut zuerst, welche Daten ihr bei der Entscheidungsfindung zur Hand habt.

Viel Erfolg.

ÖÖmer Ö***Teilnehmer
Funktion
Social-Media-Manager
Branche
Textil
Organisationsform
Werkstatt
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Feb. 2022
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76
#16

Dieses Thema ist archiviert.

HHilal V***Teilnehmer
Funktion
Vorstandsmitglied
Branche
energie
Organisationsform
mittelständisches Unternehmen
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Aug. 2023
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377
#17

Bei uns ist es genauso.

YYiğit K***Teilnehmer
Funktion
Datenerfasser
Branche
Textil
Organisationsform
Unternehmen mit 120 Mitarbeitern
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Aug. 2022
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193
#18

Ich werde das Gegenteil vertreten, bitte nicht böse sein. Das eigene Gehalt zu kürzen ist eine vorübergehende Taktik; nach sechs Monaten bricht es dir das Genick.

Wenn es jemand anders macht, würde mich das auch interessieren.

HHavva M***Teilnehmer
Funktion
Kundenservice-Mitarbeiter
Branche
Immobilien
Organisationsform
Ein-Personen-Unternehmen
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Juni 2024
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18

Doki · Mobile App · 2023

#19

Ich hätte eine Frage, möchte aber nicht vom Thema abschweifen. Sobald ihr von einem einzigen Kunden abhängig seid, bestimmt ihr nicht mehr den Preis.

Schreibt mir, wenn ihr Fragen habt, ich antworte so gut ich kann.

HHavva Y***TeilnehmerCommunity-Mitglied
Beigetreten
Jan. 2023
Nachricht
354
#20

Mich interessiert das auch. Je länger man mit dem Personalabbau wartet, desto mehr Mitarbeiter sind betroffen.

Wenn deine Situation anders ist, ändert sich das natürlich.

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