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Kunde will den Report auf Englisch – wie sollen wir die Schwachstellenmanagement-Dokumente aufbereiten?

CCeren G***Veteran
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Druckerei
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Team mit 8 Personen
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Okt. 2022
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131

Doki · Penetrationstest · 2026

#1

Wir haben mit einem Unternehmenskunden aus München, Software und Infrastruktur, einen neuen Dienstleistungsvertrag unterschrieben. Wir müssen zweimal im Jahr regelmäßige Schwachstellenmanagement- und Penetrationstest-Scans durchführen und einen Report vorlegen. Die technische Expertise unseres Teams ist sehr hoch und wir haben den gesamten Ablauf bisher auf Türkisch dokumentiert. Aber der Prüfungsausschuss und die Cyber-Security-Direktion des Kunden verlangen alle Schwachstellenmanagement-Ergebnisse auf Englisch.

Wir haben Dutzende Seiten türkische Befundvorlagen, Findings-Beschreibungen und Risikomatrizen. Soll das Team diese vom Türkischen ins Englische übersetzen, oder sollten wir direkt mit einer globalen Security-Vorlage arbeiten? Außerdem haben wir Bedenken, in der Sicherheitsterminologie Übersetzungsfehler zu machen; was sind zum Beispiel die international in Audits anerkannten Standardbegriffe für Konzepte wie Ausnutzbarkeit, False Positive oder kompensierende Maßnahme?

Wie sollten wir bei der Struktur des Reports und der Konsistenz der Terminologie vorgehen?

GGamzeTeilnehmer
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HR-Spezialist
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Unternehmen mit 120 Mitarbeitern
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Juli 2024
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104
Nützlichste Antwort#2

Kurze Antwort: Schwachstellenmanagement-Reports nachträglich vom Türkischen ins Englische zu übersetzen führt zu ernsthaften technischen Bedeutungsverlusten; ihr solltet direkt mit einer englischen Vorlage arbeiten, die internationalen Standards entspricht, und die Findings von Anfang an auf Englisch schreiben. Wenn ihr die in globalen Audits anerkannte CVSS-Scoring, CVE-Codes und branchenübliche Überschriften verwendet, spart ihr euch sowohl die zusätzlichen Übersetzungskosten als auch die Abstimmung mit der Security-Abteilung eures Kunden – ihr sprecht dann dieselbe Sprache.

Der Report, den ihr erstellt, sollte grundsätzlich aus zwei Hauptteilen bestehen. Der erste ist die Executive Summary für die Managementebene. Hier wird ohne technische Details die allgemeine Sicherheitslage, die Anzahl kritischer Findings und die Geschäftsrisiken zusammengefasst. Der zweite Teil ist der Bereich Technical Findings für die technischen Teams. Für jede Sicherheitslücke solltet ihr eine standardisierte Kartenstruktur anlegen: Vulnerability Title, Severity / CVSS v3.1 Score, Affected Component, Vulnerability Description, Proof of Concept (PoC), Business Impact und – am wichtigsten – Remediation- oder Mitigation Guidance mit den Lösungsschritten.

Statt türkische Begriffe wortwörtlich zu übersetzen, verwendet die etablierten Muster der Cyber-Security-Terminologie. Für Ausnutzbarkeit sagt man exploitability, für False Positive false positive, für kompensierende Maßnahme compensating control oder mitigation, für Root Cause root cause. Bei der Beschreibung von Schwachstellen müsst ihr unbedingt auf die allgemein gültigen Schwachstellen-Datenbanknummern (CVE) und Schwachstellen-Klassifizierungscodes (CWE) verweisen. Dieser Ansatz erleichtert es den deutschen Prüfern, den Report direkt in ihre internen Risikoverfolgungssysteme zu übernehmen.

ÖÖzge T***Experte
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Markenberater
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Regionalhändler
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Juni 2023
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164

Doki · E-Commerce-Infrastruktur · 2023

#3

Bei Unternehmenskunden schauen besonders die Prüfungsausschüsse eher auf gemeinsame englische Formate als auf die Landessprache. Fallt bloß nicht in die Falle, auf Türkisch zu schreiben und es dann an ein Übersetzungsbüro zu schicken; ein Übersetzer, der die Fachbegriffe nicht kennt, kann Sicherheitsbeschreibungen unkenntlich machen. Das Team sollte sich daran gewöhnen, direkt auf Englisch zu dokumentieren.

HHüseyin T***Veteran
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Klinikleiter
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Lebensmittelgroßhandel
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neu gegründetes Startup
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Juni 2024
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378
#4

Beim Erstellen des Reports empfehle ich, diese fünf Standards vollständig einzuhalten: 1) Die Executive Summary muss unbedingt risikoorientiert sein, 2) jedes Finding muss den offiziellen CVSS-Vektorstring enthalten, 3) die Proof-of-Concept-Schritte müssen mit Screenshots klar gezeigt werden, 4) der Lösungsvorschlag darf keine allgemeine Empfehlung sein, sondern muss umsetzbare Befehle oder Code-Korrekturen enthalten, 5) die relevanten CWE- und CVE-Nummern müssen referenziert werden.

Edit: Ich habe oben etwas falsch geschrieben, entschuldigung.

PPolat K***TeilnehmerCommunity-Mitglied
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Mai 2023
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329
#5

Die Stelle, an der in der Terminologie die meisten Fehler gemacht werden, ist die Risikobewertung. Statt nach eigenem Ermessen mittel oder hoch zu sagen, gebt die Parameter CVSS Base Score und Temporal Score klar an. Wenn ihr zum Beispiel Vektorkomponenten wie Attack Vector: Network oder Privileges Required: Low im englischen Text im Originalformat lasst, erleichtert das die Arbeit des Prüfers enorm.

DDamla Y***ExperteCommunity-Mitglied
Beigetreten
Feb. 2025
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57
#6

Letztes Jahr hatten wir eine ähnliche Anfrage und haben den türkischen Report zunächst an eine professionelle technische Übersetzung gegeben. Die Übersetzung eines einzigen 40-seitigen Reports kostete 850 Euro und unser Team verbrachte zwei volle Tage damit, Terminologiefehler zu korrigieren. Danach sind wir auf eine fertige englische Security-Vorlage umgestiegen; unsere Reporting-Zeit war anfangs etwas länger, aber wir haben die Kosten auf null gebracht.

İİlker T***Teilnehmer
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Mitgründer
Branche
Sicherheitsdienste
Organisationsform
Firma mit 20 Mitarbeitern
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Apr. 2022
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73
#7

Achtet auf das Englisch-Niveau eures Teams. Wenn eure Security-Experten beim Schreiben auf Englisch Schwierigkeiten haben, kann die Wirkung eines technischen Findings oder die Lösungsmethode unvollständig oder falsch vermittelt werden. Auch wenn die Vorlage auf Englisch ist, müssen die Finding-Texte unbedingt von einer erfahrenen Person im Haus auf sprachliche und technische Konsistenz geprüft werden.

ZZerrin S***Experte
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Vertriebsleiter
Branche
Software
Organisationsform
Unternehmen mit 120 Mitarbeitern
Beigetreten
Apr. 2023
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43
#8

die chefs lesen die technischen details eh nicht... wenn ihr auf die erste seite ein buntes risiko-verteilungsdiagramm und eine saubere executive summary mit 3 absätzen packt, ist das management auf kundenseite sofort überzeugt die detaiils schauen sich eh deren eigene technische teams an.

RRecep T***Veteran
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HR-Spezialist
Branche
Catering
Organisationsform
Team mit 8 Personen
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März 2025
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1
#9

Die mit dem Kunden unterzeichneten Geheimhaltungsvereinbarungen und Datensicherheitsprotokolle müssen beachtet werden. Die Weitergabe sensibler Dokumente mit Sicherheitslücken und Systemschwachstellen zu Übersetzungszwecken an KI-Tools Dritter oder externe Dienstleister kann rechtliche Risiken bergen; die gesamte Dokumentation muss in einer sicheren internen Umgebung erstellt werden.

JJülide G***TeilnehmerCommunity-Mitglied
Beigetreten
Juli 2023
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166
#10

müssen wir im englischen Report jeden kleinen Konfigurationsfehler melden den wir feststellen? oder sollten nur kritische und hoch eingestufte Findings mit einem CVSS-Score von 7 und höher in den Report aufgenommen werden?

RReyhan K***Veteran
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Datenanalyst
Branche
glas
Organisationsform
Produktionsunternehmen mit 40 Mitarbeitern
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Apr. 2024
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13

Doki · Phishing-Schulung · 2023

#11

ich bin ein kleines Unternehmen ich erzähle es aus meiner Sicht aber wenn der Benachrichtigungsweg lang ist, kommen keine Benachrichtigungen; keine Benachrichtigung bedeutet spät erkannte Vorfälle.

wenn deine Situation anders ist ändert sich das natürlich.

ZZafer A***Teilnehmer
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Softwareentwickler
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kunststoff
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Betrieb mit zwei Filialen
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Jan. 2024
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2
#12

Ich spreche mal aus der Gegenperspektive ich bin auf der Lieferantenseite. Schreibe bei Entscheidungen auch das Worst-Case-Szenario auf, nicht nur das Beste.

Das war's, entschuldige wenn ich zu lang war.

GGürkan Y***TeilnehmerCommunity-Mitglied
Beigetreten
Juli 2023
Nachricht
8
#13

Wenn wir ins Detail gehen: Wenn der Benachrichtigungsweg lang ist kommen keine Benachrichtigungen; keine Benachrichtigung bedeutet spät erkannte Vorfälle.

Viel Erfolg.

BBeren K***Experte
Funktion
Call-Center-Agent
Branche
chemie
Organisationsform
Ein-Personen-Unternehmen
Beigetreten
Juni 2024
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93
#14

Ich erkläre mal die technische Seite. Der meiste Zeitverlust entsteht durch Arbeiten, die auf Freigaben warten.

Aus Erfahrung weiß ich das.

EEmre Ö***TeilnehmerCommunity-Mitglied
Beigetreten
Apr. 2023
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4
#15

Da ist mir noch ein Punkt unklar. Wenn man Fehlalarme anschreit meldet sich danach niemand mehr.

Ich hoffe, das hilft dir weiter.

HHüseyin Z***TeilnehmerCommunity-Mitglied
Beigetreten
März 2023
Nachricht
76
#16

wenn du so vorgehst, kläre das vorher dann der meiste Zeitverlust entsteht durch Arbeiten die auf Freigaben warten.

jeder nicht schriftlich festgehaltene Punkt ist ener an den sich beide Parteien später unterschiedlich erinnern.

KKemal S***Teilnehmer
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Content-Redakteur
Branche
Sport & Fitness
Organisationsform
Unternehmen innerhalb eines Konzerns
Beigetreten
Juli 2022
Nachricht
1
#17

Ich habe diesen Weg schon hinter mir, ich erzähl mal. Das allein zu versuchen, ist der teuerste Weg.

Korrigiert mich, falls ich falsch liege.

MMert M***TeilnehmerCommunity-Mitglied
Beigetreten
März 2023
Nachricht
97
#18

Bei Schwachstellenmanagement Englisch ist es meiner Meinung nach schwierig, so eindeutig zu sprechen. Vergessene Testumgebungen sind häufiger das Einfallstor als das Live-System.

Wenn deine Situation anders ist, ändert sich das natürlich.

YYasemin I***TeilnehmerCommunity-Mitglied
Beigetreten
Juni 2022
Nachricht
11
#19

Nach diesem Erlebnis hat sich meine Sichtweise geändert. Sicherheit ist nicht absolut; es bedeutet, den Angriff so aufwendig zu machen, dass er sich nicht lohnt.

Wenn deine Situation anders ist, ändert sich das natürlich.

SSinan B***VeteranCommunity-Mitglied
Beigetreten
Apr. 2022
Nachricht
48
#20

Ich spreche mal aus der Gegenperspektive, ich bin auf der Lieferantenseite. Überstürzte Entscheidungen sind oft solche, die man sechs Monate später korrigieren muss.

Das allein zu versuchen, ist der teuerste Weg. Nur als Notiz, könnte nützlich sein.

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