In unserer Wohnanlage mit 3 Blocks und insgesamt 44 Parteien habe ich mich breitschlagen lassen, das Amt des ehrenamtlichen Verwalters zu übernehmen. Der frühere Verwalter hatte buchstäblich alles in einem karierten Schulheft notiert. Um Struktur reinzubringen, habe ich zuerst eine kostenlose Excel-Vorlage für Hausverwaltungen und die Testversion eines lokalen Desktop-Programms ausprobiert.
Die ersten 4–5 Monate lief das mit den Hausgeldzahlungen noch ganz passabel. Aber im Winter fing der Zirkus an: Heizkosten nach Heizkostenverteilern jährliche Aufzugswartung Gemeinschaftswasser. Jeden Monat für jede Wohnung individuelle Beträge ausrechnen, Säumniszuschläge laut Beschluss der Eigentümerversammlung buchen und per WhatsApp geschickte Zahlungsbelege mit dem Konto abgleichen – ein absoluter Albtraum.
Weil zwei Nachbarn ihre Wohnungsnummer nicht in den Überweisungsbetreff geschrieben hatten, habe ich Zahlungen falsch zugeordnet. Auf der Versammlung hieß es dann sofort: „Wo ist mein Geld hin?!“ Ab wie vielen Wohneinheiten stoßen Gratis-Lösungen an ihre Grenzen, und mit welchem Budget sollte man auf welches System umsteigen, um Ruhe zu haben?