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Ich führe meine Debitoren/Kreditoren in Excel: Wie lange geht das gut und worauf sollte man umsteigen?

VVeli T***TeilnehmerCommunity-Mitglied
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Okt. 2023
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152
#1

Ich bin Großhändler für Industrieverpackungen in İzmir mit einem kleinen 4-Köpfe-Team. Seit der Gründung vor drei Jahren nutze ich eine Tabellenkalkulation für Debitoren, Kreditoren, Fälligkeiten, Zahlungseingänge und Lieferantenverbindlichkeiten. Bisher ging das gut, aber mittlerweile haben wir über 140 aktive Konten.

In den letzten zwei Monaten sind uns zwei böse Patzer unterlaufen: Einmal ist eine Formel verrutscht, weshalb ein Geldeingang über 45.000 TL als offen geführt wurde und wir die Zahlung doppelt beim Kunden angemahnt haben. Beim zweiten Mal haben wir wegen ausgeblendeter Zeilen eine fällige Lieferantenrechnung übersehen und 12.000 TL Verzugszinsen gezahlt. Die Datei wird immer träger, und wenn mehrere Leute gleichzeitig drin arbeiten, kracht der Abgleich komplett zusammen.

Bis zu welchem Punkt ist sowas mit Tabellen überhaupt noch machbar? Ab wie vielen Konten wird eine richtige Buchhaltungssoftware unverzichtbar, und wie zieht man die Daten am besten sauber um?

HHazalTeilnehmer
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UX-Forscher
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Mai 2024
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118
Nützlichste Antwort#2

Kurz gesagt: Tabellenkalkulationen werden ab 40–50 aktiven Debitoren und Kreditoren oder über 100 Rechnungen pro Monat zum ernsten Betriebsrisiko. Bei eurem Volumen ist der Umstieg auf eine cloudbasierte Buchhaltungssoftware längst überfällig.

Tabellen bieten keine doppelte Buchführung, kein Rechtesystem und keine Sperren gegen fehlerhafte parallele Eingaben. Gelöschte Formeln, verrutschte Zeilen oder übersehene ausgeblendete Zellen sind da vorprogrammiert. Allein die 12.000 TL Verzugszinsen hätten das Jahresabo einer ordentlichen Cloud-Lösung locker bezahlt.

So gelingt die Migration ohne Chaos: 1) Versucht bloß nicht, jede einzelne Buchungszeile der letzten 3 Jahre zu importieren. Übernehmt nur die Stammdaten der Kunden und Lieferanten (Firma, Steuernummer Kontaktdaten) per Listenimport. 2) Setzt den Stichtag auf den 1. des kommenden Monats und bucht die Netto-Salden jedes Kontos als Eröffnungsbilanz ein. 3) Setzt die alte Excel-Datei auf schreibgeschützt und archiviert sie. Wenn Details aus der Vergangenheit gebraucht werden schaut man nur noch dort nach.

Für 10.000 TL bis 18.000 TL im Jahr bekommt man bereits Systeme mit e-fatura- und Bankenanbindung. Da die Kontobewegungen direkt einfließen fallen manuelle Tippfehler komplett weg.

MMert K***TeilnehmerCommunity-Mitglied
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Juli 2025
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365
#3

Bei uns war ab 65 aktiven Konten Schluss. Wir haben locker 8 Stunden pro Woche nur damit verbracht, Formelfehler zu suchen und Zahlungen abzugleichen. Nach dem Wechsel in die Cloud sank der Aufwand auf eine Stunde wöchentlich. Wir haben anfangs 11.500 TL im Jahr gezahlt – das hatte sich durch die Zeitersparnis und vermiedene Fehler schon im ersten Monat amortisiert.

Korrektur: Ich hatte die Zahl falsch im Kopf, sie war etwas niedriger.

LLale T***Teilnehmer
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Supply-Chain-Manager
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IT-Dienstleistungen
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Familienunternehmen
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Mai 2024
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338
#4

Tabellen sind super für den Start, werden beim Wachsen aber ganz schnell zum Klotz am Bein. Zu viert in derselben Datei herumzufuhrwerken, ist die reinste Einladung zur Katastrophe – man sieht nie, wer gerade welche Zelle zerschossen hat. Steigt schnellstens auf ein System mit Benutzerrollen um und entzieht den Mitarbeitern das Recht, Salden manuell zu manipulieren.

İİsmail Ş***TeilnehmerCommunity-Mitglied
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Mai 2025
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177
#5

Um eure Datei bis zum Umstieg abzusichern: Sperrt alle Zellen mit Formeln und aktiviert den Blattschutz, sodass nur Eingabefelder editierbar bleiben. Und macht jeden Tag nach Feierabend ein Backup mit Tagesdatum in einen separaten Ordner.

DDeniz D***Teilnehmer
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Agenturgründer
Branche
Sicherheitsdienste
Organisationsform
Produktionsunternehmen mit 40 Mitarbeitern
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März 2023
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122
#6

Nutzt ihr schon e-fatura oder schreibt ihr Rechnungen noch manuell über das Portal und tippt sie dann per Hand in die Tabelle ein? Wenn ihr eine Software sucht, achtet unbedingt darauf, dass sie direkt mit eurem e-fatura-Integrator kommunizieren kann.

BBeren G***Teilnehmer
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Projektmanager
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E-Commerce
Organisationsform
Genossenschaft
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Mai 2024
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97
#7

geld doppelt beim Kunden anzumahnen ist extrem unangenehm, danach gilt man sofort als Laden der seine Finanzen null im Griff hat. dass ihr das überhaupt mit 140 Konten in Excel geschaft habt grenzt an ein Wunder. wartet keine Sekunde länger.

PPınarExperte
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Analytics-Experte
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Jan. 2024
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198

Doki · Mobile App · 2025

#8

Lasst euch bloß nicht von irgendwelchen Vertrieblern einwickeln und holt euch keine tausende Dollar teuren, überkomplizierten Enterprise-ERP-Systeme ins Haus. Ihr braucht doch bloß Einnahmen-Ausgaben, Rechnungen und den Überblick über die offenen Posten. Die simpelste Cloud-Lösung reicht völlig aus, sonst verplempert ihr am Ende 6 Monate nur damit, die Software überhaupt zu kapieren.

GGürkan Y***Teilnehmer
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HR-Spezialist
Branche
chemie
Organisationsform
Regionalhändler
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Mai 2023
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234
#9

wir sind auch nach 100 kunden umgestiegen. stresst euch bloß nicht damit alte daten zu migrieren machts wie der kollege meinte und tragt einfach nur den anfangssaldo ein sonst sitzt ihr 2 monate dran die daten abzugleichen und werdet komplett bekloppt.

GGamze Ç***ExperteCommunity-Mitglied
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Mai 2023
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20
#10

Der Grundtenor hier im Thread ist eindeutig: Bei 140 Kunden/Lieferanten stößt Excel definitiv an seine Grenzen. Der einhellige Rat lautet, ohne die alten Buchungen zu migrieren einfach mit den Eröffnungssalden in eine schlanke Cloud-Buchhaltung zu starten und dort e-fatura sowie die Bankenschnittstelle anzubinden.

EEsra O***Teilnehmer
Funktion
Qualitätsmanager
Branche
Landwirtschaft
Organisationsform
Team mit 8 Personen
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Mai 2023
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84
#11

Ich probiere es aus.

OOrhan Ç***Teilnehmer
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Klinikleiter
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Software
Organisationsform
Unternehmen mit 300 Mitarbeitern
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Juni 2023
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91
#12

ich bin derselbn Meinung. berechne, wie viele Monate du ohne Einnahmen überleben kannst und teile diese Zahl dann durch zwei.

wenn man versucht alles gleichzeitig zu ändeern etabliert sich nichts richtig.

AAleyna D***TeilnehmerCommunity-Mitglied
Beigetreten
Juli 2023
Nachricht
3
#13

Bei uns war es so. Ein kleiner Markt ist nicht schlecht; in einem kleinen Markt billig zu arbeiten, ist schlecht.

ZZerrin K***TeilnehmerCommunity-Mitglied
Beigetreten
Mai 2025
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412
#14

Gut gemacht. Menschen verteidigen nicht den Prozess sondern die Gewohnheit. Der Widerstand kommt daher.

Wenn es jemand anders macht, würde mich das auch interessieren.

AAycan K***Teilnehmer
Funktion
Datenerfasser
Branche
Logistik
Organisationsform
Unternehmen mit 300 Mitarbeitern
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Jan. 2023
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39
#15

ich stimme zu. das allen zu versuchen, ist der teuerste Weg.

TTülay C***TeilnehmerCommunity-Mitglied
Beigetreten
Juni 2024
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48
#16

Funktioniert das deiner Meinung nach in jeder Größe? Wenn ihr es zum ersten Mal macht, fangt klein an, die Skalierung kommt später.

SSultan K***Teilnehmer
Funktion
Logistikplanung
Branche
Lebensmittelgroßhandel
Organisationsform
neu gegründetes Startup
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Dez. 2025
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105
#17

Ich spreche mal aus der Gegenperspektive, ich bin auf der Lieferantenseite. Jeder nicht schriftlich festgehaltene Punkt ist einer an den sich beide Parteien später unterschiedlich erinnern.

Aus Erfahrung weiß ich das.

EEmine O***Experte
Funktion
Buchhalter
Branche
Einzelhandel
Organisationsform
Produktionsunternehmen mit 40 Mitarbeitern
Beigetreten
Feb. 2024
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31
#18

danke fürs Schreiben. beginnt mit einem kleinen Test, bindt nicht gleich alles fest.

das war's, entschuldge wenn ich zu lang war.

YYağmur S***TeilnehmerCommunity-Mitglied
Beigetreten
Juni 2023
Nachricht
13
#19

Hier habe ich einen Einwand. Je schwerer es ist, eine Entscheidung rückgängig zu machen, desto langsamer solltet ihr sie treffen.

Beginnt mit einem kleinen Test, bindet nicht gleich alles fest. Wenn deine Situation anders ist, ändert sich das natürlich.

ÜÜmit P***ExperteCommunity-Mitglied
Beigetreten
Mai 2022
Nachricht
1
#20

Bei mir war es genau umgekehrt, deshalb schreibe ich das. Rechne das über die jährlichen Gesamtkosten, nicht über die monatliche Rechnung.

Das war's, entschuldige, wenn ich zu lang war.

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