- Funktion
- Agenturinhaber
- Organisationsform
- neu gegründetes Startup
- Beigetreten
- Sept. 2023
- Nachricht
- 187
Eines vorweg: Angebote werden nicht absichtlich unverständlich geschrieben, aber verständlich zu schreiben, liegt auch niemandem wirklich im Interesse. Ich mache das seit zehn Jahren, also schreibe ich mal auf, welche Gewohnheiten in meiner Branche üblich sind.
1. Der Begriff "Schlüsselfertig" sagt absolut nichts aus. Schlüsselfertig sind nur die im Angebot aufgeführten Posten. Alles, was nicht aufgelistet ist, ist Zusatzarbeit. Wenn im Angebot nicht Punkt für Punkt steht, was gemacht wird, steht dort auch kein Preis.
2. Vorsicht, wenn die Dauer nur als eine einzige Zahl angegeben wird. Nicht "8 Wochen", sondern "Design 2 Wochen, Entwicklung 4 Wochen, Test & Bugfixing 2 Wochen" sollte dort stehen. Eine einzelne Zahl ist nur die höfliche Form von ungeplanter Arbeit.
3. Das Recht auf Revisionen muss schriftlich festgehalten sein. Wie viele Runden, in welcher Phase, wie lange. Wenn das fehlt, erwartet nicht unbegrenzte Änderungen – im Gegenteil: Beim ersten Widerspruch kommt die Nachberechnung.
4. Wem gehören Code und Inhalte? Dieser eine Satz bestimmt die gesamte spätere Verhandlungsposition im Projekt. Bei uns ist es Standard, dass alles bei Übergabe an den Kunden geht; das ist in der Branche nicht Standard.
5. Wartung ist ein separater Posten und muss auch so ausgewiesen werden. Nach der Übergabe lebt das System weiter: Updates, Server, Fehlerbehebung. Wenn Wartung im Angebot fehlt, heißt das nicht, dass keine Wartung gemacht wird; es heißt, dass die Rechnung dafür später kommt.
6. Der Zahlungsplan muss an die Projektphasen gekoppelt sein, nicht an Kalenderdaten. Nicht "1. des Monats", sondern "bei Design-Freigabe". Sonst läuft die Zahlung weiter, auch wenn sich das Projekt verzögert.
Wer Fragen hat, schreibt gerne. Ich bin auch offen dafür, unsere eigenen Angebote zu kritisieren.