Wir sind ein 12-köpfiges Büro für Industriedesign und Prototypenbau in Lyon. Nahezu alle unsere Kunden sind französische Industrieunternehmen. Letzten Monat hat uns ein großer Kunde aus der Luftfahrtbranche im Rahmen des Lieferantenaudits gefragt, ob wir über einen Schwachstellenmanagement-Prozess nach ANSSI-Vorgaben verfügen, und uns einen Fragebogen mit dutzenden komplizierten Punkten vorgelegt.
Wenn man sich die Tabelle anschaut, klingt das, als wären wir ein Tech-Konzern mit hunderten Mitarbeitern – inklusive wöchentlicher Gremien, Scoring-Matrizen für Schwachstellen und teurer Monitoring-Software. Wir haben nicht mal eine eigene IT-Abteilung; unsere Infrastruktur wird von einem Maschinenbauingenieur in Teilzeit betreut, dazu haben wir einen lokalen IT-Dienstleister, der stundenweise aushilft.
Was bedeutet Schwachstellenmanagement in der Praxis für eine Firma unserer Größenordnung? Wie können wir ein praktikables Minimal-Setup etablieren, das uns beim Kundenaudit nicht durchfallen lässt, aber unseren Alltag nicht komplett mit Bürokratie lahmlegt?