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Wie lange dauert die DSGVO-Umstellung für einen kleinen Onlineshop realistisch?

BBurcu E***Teilnehmer
Funktion
Verwaltungsleiter
Branche
Immobilien
Organisationsform
Produktionsunternehmen mit 40 Mitarbeitern
Beigetreten
Feb. 2023
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37
#1

Wir betreiben einen kleinen E-Commerce-Shop mit Sitz in London. Wir verkaufen handgefertigte Keramik und Heimtextilien nach UK und hauptsächlich nach Deutschland und Frankreich. Unser Kernteam besteht aus 4 Personen, und wir wickeln jährlich etwa 3.500 Bestellungen über die Website ab. Außer Kundennamen, Lieferadressen, E-Mails und Newsletter-Anmeldungen erfassen wir eigentlich keine komplexen Daten.

Letzte Woche haben wir von einem Kunden aus Deutschland eine ziemlich detaillierte Mail bezüglich unserer Speicherfristen und der Cookie-Richtlinie bekommen. Bisher haben wir uns mit Standardvorlagen aus dem Netz durchgemogelt, aber jetzt haben wir gemerkt, wie heikel das ist, und wollen das Ganze von Grund auf sauber aufziehen. Das erste Beratungsangebot lag bei rund 2.500 GBP. Da unser Budget begrenzt ist, würden wir den Prozess aber gerne weitgehend intern stemmen.

Wie lange dauert ein realistischer DSGVO-Fahrplan für einen Händler unserer Größe? Welche Schritte fressen mehr Zeit als gedacht, und wo fängt man am besten an?

KKadir Ş***Teilnehmer
Funktion
Datenanalyst
Branche
glas
Organisationsform
Team mit 8 Personen
Beigetreten
Aug. 2025
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5
Nützlichste Antwort#2

Kurze Antwort: Für einen Onlineshop mit 4 Leuten lässt sich das ohne externes Audit mit etwa 4 bis 6 Stunden konzentrierter Arbeit pro Woche in 4 bis 8 Wochen komplett erledigen. Der größte Brocken ist nicht das Formulieren juristischer Texte, sondern genau nachzuvollziehen, wohin die Daten in euren Systemen überhaupt fließen.

Teilt den Ablauf am besten in vier Phasen ein. Die ersten 1–2 Wochen sollten für das Dateninventar draufgehen. Listet jeden externen Dienst auf, der mit Kundendaten in Berührung kommt – vom Webshop über Zahlungsanbieter und Versanddienstleister bis zum Newsletter-Tool. Am zeitaufwendigsten ist hier das Prüfen der Auftragsverarbeitungsverträge (AVV/DPA): Globale Plattformen bieten das meist per Klick im Dashboard an, aber man muss es eben einzeln abhaken.

In den Wochen 3 und 4 solltet ihr euch um die Technik kümmern. Den Cookie-Banner so einzurichten, dass kein einziges Analyse- oder Marketing-Script vor der Einwilligung feuert, macht technisch meist die meisten Zicken. In den Wochen 5 und 6 ersetzt ihr dann die Mustertexte in der Datenschutzerklärung durch maßgeschneiderte Klauseln, die eure tatsächlichen Datenströme abbilden.

Die letzten zwei Wochen nutzt ihr für die internen Abläufe. Schreibt einen klaren Prozess fest, wie ihr innerhalb der gesetzlichen Frist von 30 Tagen auf Löschanfragen oder Auskunftsersuchen (DSAR) reagiert. Wenn ihr diesen Ablaufplan durchzieht, spart ihr euch tausende Pfund und seid trotzdem wasserdicht aufgestellt.

MMert K***Experte
Funktion
Datenerfasser
Branche
leder
Organisationsform
Produktionsunternehmen mit 40 Mitarbeitern
Beigetreten
Juni 2023
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18
#3

Auf der technischen Seite wird der Cookie-Banner am häufigsten verbockt. Einfach nur ein Banner reinklatschen reicht nicht. Bis der Nutzer aktiv zustimmt, dürfen im Browser absolut keine Tracker wie Google Analytics oder Retargeting-Pixel geladen werden. Das mit Open-Source-Plugins sauber hinzubekommen, kann locker mal 2–3 Tage reines Testen kosten.

KKemal T***TeilnehmerCommunity-Mitglied
Beigetreten
Feb. 2023
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4
#4

Wir sind ein ähnlich kleiner Großhändler aus Birmingham und haben das letztes Jahr durchgezogen. Hat insgesamt 6 Wochen gedauert. Intern waren es so um die 30 Stunden Arbeit, extern haben wir nur 450 GBP für einen Anwalt bezahlt, der unsere fertigen Texte gegengelesen hat. Einzig das Nachholen der Einwilligungen für die alte Newsletter-Liste hat deutlich länger gedauert als gedacht.

CCeren E***TeilnehmerCommunity-Mitglied
Beigetreten
Mai 2024
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1
#5

Setzt euch heute noch an ein Sheet mit folgenden Spalten: Datenkategorie Zweck der Erhebung Speicherort Empfänger/Dritte und Löschfrist. Offiziell nennt sich das Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten (VVT / RoPA). Bevor das nicht steht, bringt euch weder ein Anwalt noch das Aufsetzen von Rechtstexten irgendwas.

CCeren A***Experte
Funktion
Brand Manager
Organisationsform
Filialkette
Beigetreten
Aug. 2023
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154
#6

Fallt bloß nicht auf Seiten rein die "DSGVO-konform an einem Tag" versprechen. Eine kopierte Datenschutzerklärung bringt null Sicherheit. Das ICO schaut sich im Ernstfall nicht eure hübsch formulierten Webseitentexte an, sondern wie ihr Daten auf dem Server speichert und was ihr mit dem Paketdienst vereinbart habt.

BBeren V***Teilnehmer
Funktion
Techniker im Kundendienst
Branche
Werbung und Marketing
Organisationsform
Unternehmen mit 120 Mitarbeitern
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März 2024
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123
#7

passt extrem bei der schnittstelle zum versanddienstleister auf. wir haben kundenadressen automatisch übermittelt und später gemerkt dass die 3 jahre lang ungelöscht im portal lagen. bis wir da ne automatische löschroutine hatten vergingen zwei wochen.

Ergänzung: Wurde unten schon gefragt, die Antwort habe ich im zweiten Beitrag geschrieben.

MMelis Y***Teilnehmer
Funktion
Operations Manager
Branche
kunststoff
Organisationsform
Team mit 8 Personen
Beigetreten
Jan. 2023
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403
#8

Was genau stand denn in der Mail aus Deutschland? War das nur eine allgemeine Nachfrage zum Datenschutz oder schon ein formelles Auskunfts- bzw. Löschersuchen (DSAR)? Wenn es ein formeller Antrag ist müsst ihr unabhängig von eurem Zeitplan zwingend innerhalb der gesetzlichen Frist antworten.

DDilekNeues Mitglied
Funktion
Konditorei
Organisationsform
Unternehmen innerhalb eines Konzerns
Beigetreten
Nov. 2024
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19
#9

lasst euch bloß nicht verrückt machen. zu viert wirkt das anfangs wie ein unbezwingbarer Berg aber mit ein paar fokussierten Tagen steht der halbe Plan schon. das ICO hat auf seiner Website eine richtig gute Checkliste speziell für Kleinbetriebe daran haben wir uns damals auch entlanggehangelt.

ZZübeyde Ç***Experte
Funktion
Vorstandsmitglied
Branche
kosmetik
Organisationsform
Firma mit 20 Mitarbeitern
Beigetreten
Juli 2024
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12

Doki · Markenidentität · 2024

#10

Als vor zwei Jahren ein Kunde aus Frankreich die komplette Löschung seiner Bestellhistorie verlangte, dachten wir zuerst, wir müssten auch die Rechnungen tilgen. Unser Steuerberater hat uns dann glücklicherweise gestoppt: Daten mit gesetzlicher Aufbewahrungspflicht dürft ihr gar nicht löschen. Marketingdaten gelöscht, Rechnungen archiviert – fertig. Wenn man diese Trennung von Anfang an kapiert hat, spart das enorm viel Zeit.

ÜÜmit Ö***Teilnehmer
Funktion
Vertriebsleiter
Branche
Druckerei
Organisationsform
mittelständisches Unternehmen
Beigetreten
Nov. 2024
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108
#11

Ich werde das Gegenteil vertreten, bitte nicht böse sein. Entscheidend ist nicht die Zahl, sondern worauf sie sich bezieht.

Änderungen an Zahlungsdaten werden niemals über den Kanal bestätigt, über den sie eingehen. An deiner Stelle würde ich so vorgehen.

AAslıTeilnehmer
Funktion
Produktfotograf
Organisationsform
neu gegründetes Startup
Beigetreten
Juli 2024
Nachricht
76
#12

Beim Umsetzen gibt es drei Dinge zu beachten. Fehler auf der DSGVO-Zeitplan-Seite sind meist rückgängig zu machen aber teuer.

Nur als Notiz, könnte nützlich sein.

HHalil Ö***Teilnehmer
Funktion
Systemadministrator
Branche
chemie
Organisationsform
Firma mit 20 Mitarbeitern
Beigetreten
Jan. 2022
Nachricht
4
#13

Du hast recht.

UUğur Y***VeteranCommunity-Mitglied
Beigetreten
Okt. 2024
Nachricht
3
#14

da stimme ich zu und übrigens verlasst euch nicht auf eine einzige Maßnahme; geht schichtweise vor.

das wars, entschuldige, wenn ich zu lang war.

HHakan Y***Teilnehmer
Funktion
Produktionsplanung
Branche
Fischerei
Organisationsform
Firma mit 20 Mitarbeitern
Beigetreten
Sept. 2022
Nachricht
42
#15

Kannst du das etwas genauer erklären? Schaut zuerst, welche Daten ihr bei der Entscheidungsfindung zur Hand habt.

Aus Erfahrung weiß ich das.

MMustafa U***Teilnehmer
Funktion
Social-Media-Manager
Branche
Immobilien
Organisationsform
Team mit 8 Personen
Beigetreten
Aug. 2023
Nachricht
65
#16

Der billige Weg stellt sich oft im Nachhinein als teuer heraus. Überstürzte Entscheidungen sind oft solche, die man sechs Monate später korrigieren muss.

Zwei Wochen Notizen machen liefert bessere Ergebnisse als eine sechsmonatige Schätzung.

NNazlı T***Teilnehmer
Funktion
Social-Media-Manager
Branche
verpackung
Organisationsform
mittelständisches Unternehmen
Beigetreten
Nov. 2023
Nachricht
58
#17

Die obige Antwort bringt es auf den Punkt. Kein Prozess ohne Dokumentation verbessert sich, weil man nicht weiß, was man verbessern soll.

Nur als Notiz könnte nützlich sein.

RRabia Ç***TeilnehmerCommunity-Mitglied
Beigetreten
Dez. 2023
Nachricht
23
#18

Ich möchte kurz warnen. Wenn man versucht, alles gleichzeitig zu ändern, etabliert sich nichts richtig.

Viel Erfolg.

İİlaydaTeilnehmer
Funktion
Customer-Support-Leiter
Beigetreten
Mai 2024
Nachricht
124
#19

Ich hätte eine Frage, möchte aber nicht vom Thema abschweifen. Nur weil alle es tun, heißt es nicht, dass es richtig ist.

Wenn ihr das Ergebnis hier postet, hilft es auch anderen.

SSerkan Ç***VeteranCommunity-Mitglied
Beigetreten
Mai 2023
Nachricht
294
#20

So klar geschriebene Texte sind selten. Die Zeit, die ihr braucht, um ein Problem zu erkennen, bestimmt direkt dessen Kosten.

Nur als Notiz könnte nützlich sein.

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